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Wasser – das kommt doch aus der Leitung?!

Ein ungewöhnliches Bild bot sich dem Beobachter letzte Woche auf dem Gersheimer Sportplatz: 30 Schülerinnen und Schüler machten sich auf zu einem ein Kilometer langen Marsch, beladen mit 10-Liter-Eimern voller Wasser. Der Wasserlauf war Teil eines Projekts, das die Schüler im Wahlpflichtbereich „Natur und Umwelt“ durchführten. Ihre Lehrerinnen Oranna Rauber und Susanne Schmitt leiteten nicht nur das Projekt, sie beteiligten sich auch selbst an dem Marsch.

Die Eimer trugen die Schüler nicht in der Hand, sondern mit einem Tuch gepolstert auf ihren Köpfen. Sie waren bereit, am eigenen Leib auszuprobieren, was Millionen von Menschen in Teilen Afrikas und in Ländern wie in Manila Tag für Tag leisten müssen, um das für das Leben notwendige Wasser nach Hause zu schaffen. Schon nach 200 Metern wollten die ersten Schüler eine Pause machen, denn was viele nicht erwartet hätten war, dass Schultern und Arme anfingen zu schmerzen, da sie, anders als die afrikanischen Frauen, ihren Behälter nicht einfach ohne ihn festzuhalten auf dem Kopf balancieren konnten. Viele der Schülerinnen und Schüler empfanden das Tragen wesentlich anstrengender als gedacht, sah diese Tätigkeit bei den Afrikanerinnen doch so einfach aus!

Mit dem Wissen im Kopf, dass die Frauen in vielen 3. Welt Ländern oft bis zu 5 km und weiter gehen müssen, biss doch ein Großteil der Schülerinnen und Schüler auf die Zähne und schaffte den Weg, wenn manche auch zwischenzeitlich versehentlich von ihrem Wasser verschüttet hatten oder bewusst etwas davon weggossen, weil das Gewicht als zu groß empfunden wurde.

Am Ziel stand eine 210 Liter-Regenwassertonne bereit, in welche alle ihr Wasser gossen. Sie sollten den Vergleich ziehen zwischen der Wassermenge, die wir hier in Deutschland pro Person an einem Tag verbrauchen (durchschnittlich 127 Liter) und dem, was die Menschen in Afrika zur Verfügung haben (zwischen 20 und 30 Liter).

Die Schülerinnen und Schüler hatten sich vorab über die Situation des Wasserverbrauchs auf der Erde informiert, Referate geschrieben und die Ergebnisse in ihren Kursen präsentiert. Virtuelles Wasser, Kläranlagen, Wasserverbrauch auf der Erde, Wasserverschwendung, Wasserkrise und die Verfügbarkeit des Wassers waren einige der Schlagworte.

Nach den beeindruckenden Erfahrungen des Wassermarschs bleibt zu hoffen, dass die Aktion bei den Jugendlichen das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit  dem kostbaren Nass geweckt hat, dass jeder von uns sparsamer mit Wasser umgehen sollte und dies auch könnte. Eines war klar: Wenn das Wasser nicht aus dem Wasserhahn käme, sondern der Weg zum Wasser so lang wäre wie derjenige der Menschen in Afrika, würden alle mit Sicherheit deutlich weniger Wasser verbrauchen.

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St. Ingberter Anzeiger ·
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