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Wenn aufstrebende Talente auf internationale Champions treffen

Bingjiao He, Cheng Qincheng und Jia Yifan – noch nie gehört? Dann wird es aber Zeit!

Alle Jahre wieder treten nach den Olympischen Spielen viele unbekannte Gesichter aus den Schatten der Stars, um die geordneten Strukturen der Badminton-Weltrangliste ordentlich aufzumischen. Und so gab es auch jetzt bei den ersten großen Turnieren nach Rio de Janeiro so manchen Überraschungssieger. Ein Blick auf die Meldelisten der vom 1. bis 6. November 2016 ausgetragenen Bitburger Open zeigt: Auch beim mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier sind neben den bekannten Spitzenspielern viele dieser aufstrebenden Jungspunde zu finden. Bei der 29. Auflage des Traditionsturniers werden die jungen Wilden in der Saarbrücker Saarlandhalle versuchen, die gestandenen Größen der Szene nicht mehr nur zu ärgern – sie wollen die Wachablösung. Das aber werden sich die Arrivierten wie etwa das englische Herrendoppel Chris Langridge und Marcus Ellis oder auch Mathias Boe und Carsten Mogensen nicht so einfach gefallen lassen. Die Bronzemedaillengewinner von Rio wie auch das dänische Duo gehören auch weiterhin zum engsten Favoritenkreis. Besonders spannend wird für die Zuschauer aber auch sein, wie sich die neu formierten deutschen Badminton-Asse bei ihrem Heimturnier schlagen werden. „Außerdem können sich die Gäste in diesem Jahr von einer goldenen Generation des deutschen Badmintons verabschieden. Fünf verdiente Nationalspieler geben ihren Abschied und spielen zum letzten Mal die Bitburger Open – das sollte man sich nicht entgehen lassen“, sagt Turnierdirektor Frank Liedke.

Meldelisten versprechen Badminton vom Feinsten
Wer einmal einen Titel bei einem so hochklassigen Turnier wie den Bitburger Open gewonnen hat, der versucht es auch gerne wieder. Das dachte sich auch Hans-Kristian Vittinghus, der 2011 in Saarbrücken alle Konkurrenten übertrumpfen konnte. Seitdem schlägt der Däne regelmäßig in der Saarlandhalle auf und ist dieses Mal als Weltranglistenneunter der nominell stärkste Spieler im Feld. Doch seine direkten Verfolger in der Bestenliste des Badminton Weltverbandes werden ebenfalls in Saarbrücken an den Start gehen. Der Engländer Rajiv Ouseph steht an Position zwölf und auch Marc Zwiebler gehört als derzeitige Nummer 14 der Welt zum engeren Favoritenkreis. Der Spieler vom heimischen 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim würde den beiden Titelanwärtern nur allzu gerne einen Strich durch die Rechnung machen. Der deutsche Rekordmeister erreichte bei seinem Heimturnier in den vergangenen Jahren mehrfach die Runde der letzten Vier und scheiterte zwei Mal erst im Finale. Zwiebler ist für den Deutschen Badmintonverband (DBV) der größte Anwärter auf einen Podestplatz. Fest eingeplant ist ein solcher auch für die beiden Spitzendoppel aus Europas stärkster Badminton-Nation Dänemark. Mathias Boe und Carsten Mogensen fühlen sich offensichtlich wohl im Saarland, denn schon drei Mal konnten die Neunten der Doppelweltrangliste die Bitburger Open gewinnen. Auch die amtierenden Titelverteidiger Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding werden wieder an den Start gehen. Die Weltranglistenzehnten konnten bereits zwei Turniersiege in Saarbrücken verbuchen. Ein Wörtchen mitzureden haben sicherlich auch die Engländer Chris Langridge und Marcus Ellis. Die Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele rechnen sich ebenfalls gute Chancen beim Traditionsturnier aus. Das Maß aller Dinge sind im Herrendoppel aber die jungen Chinesen Li Junhui und Liu Yuchen, die als Nummer acht der Welt nach Saarbrücken reisen.

Auch in den Damendisziplinen hat die Badminton-Großmacht China eine Vormachtstellung inne, denn die favorisierten Spielerinnen im Einzel sowie im Doppel stammen aus dem Reich der Mitte. Mit Bingjiao He schickt der chinesische Verband eine 19-jährige Einzelspezialistin aus der Weltspitze in das Saarland. Ihr Können stellte die amtierende Jugend-Olympiasiegerin und Nummer elf der Welt erst vor wenigen Wochen unter Beweis, als sie bei den Korea Open völlig überraschend ihren ersten Superseries-Triumpf feierte. Die schärfste Konkurrentin der jungen Chinesin ist Porntip Buranaprasertsuk aus Thailand, die im globalen Ranking auf Position 13 geführt wird. Mit Nitchaon Jindapol hat Thailand gleich noch ein heißes Eisen im Feuer, denn 2013 trug die erst 25-Jährige sich bei den Bitburger Open in die Siegerliste ein. Im Doppel gehen die beiden erst 19-jährigen Chen Qincheng und Jia Yifan als Paarung mit dem höchsten Weltranglistenplatz in das Rennen. Die beiden Jugend-Weltmeisterinnen von 2015 stehen global an Position 14 und wurden im Erwachsenenbereich oftmals erfolgreich mit anderen Partnerinnen zu diversen Turnieren geschickt. In der Saarlandhalle werden sie ihre Konkurrenz nun wieder gemeinsam zum Schwitzen bringen. Ihre ärgste Konkurrenz werden die Thailänderinnen Jongkolphan Kititharakul und Rawinda Prajongjai sein. Die Chinesin Qincheng ist trotz ihres jungen Alters nicht nur im Damendoppel eine Meisterin ihres Fachs. Im Mixed mit Siwei Zheng konnte sie sogar noch mehr Erfolge feiern. Ende September siegten die in der Welt an Rang zwölf geführten Chinesen bei den Japan Open und standen nur eine Woche später bei den Korea Open gleich wieder im Finale eines Superseries-Events. Auch sie dürfen sich Jugendweltmeister von 2015 nennen und haben sich dem Publikum in der Saarlandhalle schon eindrucksvoll vorgestellt, als sie sich 2014 mit gerade einmal 17 Lenzen auf dem Siegertreppchen der Bitburger Open nach ganz oben spielten. Einen erneuten Titelgewinn der beiden Jungspunde wollen zwei Experten der Bitburger Open verhindern. Das Ehepaar Chris und Gabrielle Adcock erreichte schon drei Mal in Folge mindestens das Halbfinale des Grand-Prix Gold Turniers. Die Engländer sind seit Jahren in den Top-Zehn der Weltrangliste zu finden. Aktuell liegen sie auf dem neunten Rang und sie wollen nun im vierten Anlauf bei den Bitburger Open endlich den Sprung auf den höchsten Podestplatz schaffen. Zu den Favoriten im gemischten Doppel zählen auch die Thailänder Bodin Isara und Savitree Amireapai, die derzeit auf Weltranglistenplatz 17 geführt werden.

Abschied einer goldenen Generation
Für die deutschen Akteure gilt es, sich gegen diese internationalen Routiniers und Durchstarter zu bewähren. Das Hauptaugenmerk liegt nach den Olympischen Spielen erfahrungsgemäß aber nicht alleine auf den Resultaten. Viele neue Doppelformationen werden getestet und junge Spieler an die Elite herangeführt. Außerdem werden gleich fünf Veteranen des DBV ein letztes Mal in Saarbrücken an den Start gehen. Die Olympioniken Michael Fuchs, Johannes Schöttler, Birgit Michels und Karin Schnaase verkündeten im Sommer ihr Karriereende. Auch Einzelspezialist Dieter Domke wird künftig nicht mehr bei internationalen Turnieren aufschlagen und richtet seinen Fokus auf die berufliche Laufbahn. Mit diesen fünf Nationalspielern geht der Großteil einer goldenen Generation in den Badminton-Ruhestand. Alle waren Teil der Europameistermannschaft von 2013 und brachten den Sport in Deutschland über viele Jahre hinweg auf ein zuvor nie da gewesenes Niveau. „Diese langjährigen Wegbegleiter der Bitburger Open verabschieden sich nun vom Publikum in der Saarlandhalle. Sie haben uns allen mit ihren Leistungen viel Freude bereitet, deshalb wollen wir ihre letzten Auftritte gebührend feiern“, erklärt Frank Liedke.

 

PM: P. Blum

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