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Wertvoll Miteinander – Auseinandersetzung mit Werten

Neues Projekt des Frauenbüros des Saarpfalz-Kreises im Frauenforum in Homburg vorgestellt

Die Einlage der jungen Türkin Ayse aus Homburg berührte die zahlreichen Teilnehmenden der Auftaktveranstaltung „Wertvoll Miteinander“ des Frauenbüros des Saarpfalz-Kreises im Frauenforum in Homburg. In einem bittersüßen Sketch skizzierte sie als „Superheldin A“ ihre persönlichen Erfahrungen mit den männlich dominierten Regeln in ihrem Heimatland und in ihrer heimischen Kultur. Sie bewies Mut, als sie sich einigen dieser Regeln widersetzte, und sie versicherte vor Publikum: „Gemeinsam sind wir stärker.“

Das neue Projekt „Wertvoll Miteinander – Auseinandersetzung mit Werten in einer interkulturellen Gesellschaft“ wendet sich vor allem an Frauen, Zugewanderte wie Einheimische, die sich mit ihren eigenen Werten und den Werten ihrer Mitmenschen auseinandersetzen möchten, um auf der Basis einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ein friedvolles Zusammenleben zu schaffen.

„Das Frauenbüro ist für viele Frauen und mittlerweile auch für immer mehr Männer eine wichtige Anlaufstelle. Es ist ein Ort, an dem ein Miteinander gelebt wird und der Vertrauen genießt. Sicher geht es in vielen Gesprächen – beispielsweise beim Mittagstisch – auch um Werte in den Kulturen und allgemein um Wertvorstellungen. Wir haben aber festgestellt, dass eine grundlegende, tiefergehende Auseinandersetzung mit Werten nicht hinreichend zugänglich ist. Daher haben wir „Wertvoll Miteinander“ ins Leben gerufen. Wir bieten darin vielfältige Aktionsformen, über die wir nicht nur mit Zugewanderten, sondern auch mit Einheimischen in den Dialog treten möchten“, erklärte Birgit Rudolf, Leiterin des Frauenbüros des Saarpfalz-Kreises, bei der Begrüßung der Gäste – unter ihnen Landrat Dr. Theophil Gallo sowie Matthias Caspar und Sören Seliger vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – anlässlich der Projektvorstellung.

Für die erfolgreiche Umsetzung hat das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises mehrere Kooperationspartner mit ins Boot genommen. So wird sich die Freie Kunstschule Saarpfalz „ARTEfix“ mit Theater- und Kreativangeboten einbringen. Spohns Haus – Ökologisches Schullandheim Gersheim – bietet einen Tagesworkshop „Neue Heimat – Biosphäre – Ressourcenschonender und nachhaltiger Umgang mit der Umwelt“ an. Die Kreisstadt Homburg lädt zusammen mit dem Frauenbüro zu einer Vortrags- und Filmreihe zum Thema Grundgesetz ein und präsentiert auch die Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ im Homburger Forum. Das Adolf-Bender-Zentrum organisiert ein Betzavta-Training, ein Programm zur Demokratie- und Menschenrechtserziehung.
Mit von der Partie ist auch der Verein „Frau & Gesellschaft“, der das Café Frauenzimmer am Scheffelplatz 1 führt, welches sich zu einem beliebten Treffpunkt für interkulturelle Begegnungen entwickelt hat. „Wir suchen nicht die Unterschiede in den verschiedenen Kulturen, sondern die Gemeinsamkeiten darin“, bringt es Julia Kühn vom Verein auf den Punkt, die, wie auch die anderen anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Kooperationspartner, ihre Einrichtung und ihre Aktionen im Rahmen der Auftaktveranstaltung vorstellte.

Birgit Rudolf verwies auf weitere Seminare, Workshops und Stadtrundgänge, auch auf eine Tagesfahrt zum Hambacher Schloss und nach Neustadt an der Weinstraße.

Ihr Dank galt nicht zuletzt den Kooperationseinrichtungen sowie allen Ehrenamtlichen, die sich rund um „Wertvoll Miteinander“ tatkräftig einsetzen. Diesem Dank schloss sich auch Landrat Dr. Theophil Gallo an. „Der Titel dieses lobenswerten Projektes lässt sich korrespondiert unmittelbar mit der elementaren Aussage in Artikel 1 unseres Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Es geht um das Menschsein – ohne Bezug zu Religion, Herkunft oder zu anderen, vielfach willkürlich herangezogenen Differenzierungsmerkmalen. Wir leben hier in einer vielfältigen Region mit vielfältigen Nationalitäten, die es zu respektieren gilt. Für willkürliche Umgangsformen oder einen ausgrenzenden Nationalismus haben wir keinen Platz. Daher bin ich froh und dankbar, dass es dieses Projekt gibt, denn es gibt zum Thema Handlungs- und Gesprächsbedarf. Alles, was uns stärker verbindet, ist etwas Wertvolles.“

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Der Flyer mit sämtlichen Veranstaltungen liegt in der Kreisverwaltung sowie im Frauenbüro und den kooperierenden Einrichtungen aus.

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