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Wie Kinder schwere Lebenskrisen ihrer Eltern bewältigen können

Zunehmend ist ein Anstieg der psychischen Erkrankungen bei Erwachsenen zu beobachten. Diese Entwicklung ist nicht neu.

Welche Auswirkungen dies allerdings auf Kinder hat, deren Eltern an einer psychischen Erkrankung leiden, das ist bisher ein noch wenig beachtetes Themenfeld.

Zum Thema „Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf die Kinder mit Schwerpunkt Depression“ organisierten daher die Schoolworker und Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter des Saarpfalz-Kreises im März einen Fachtag für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Mitarbeiter der schulischen Nachmittagsbetreuung. Die Teilnehmerzahl von 140 Personen machte deutlich: es ist eine hohe Nachfrage nach Faktenwissen vorhanden.

Nach der Begrüßung durch Landrat Dr. Theophil Gallo erläuterte Oriana Clasen, Funktionsoberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Uniklinik Homburg, sehr differenziert die Faktenlage. Sie analysierte dabei Risikofaktoren ebenso wie Schutzfaktoren, die in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen unterstützt und gefördert werden können.

Anschließend präsentierte die Autorin Claudia Gliemann ihr Kinderbuch „Papas Seele hat Schnupfen“ in einer leisen, emotionalen und ergreifenden Art. In diesem Buch werden psychische Erkrankungen kindgerecht erklärt. Die kleine Nele, die in einer Zirkusfamilie aufwächst, schildert ihre Sichtweise des Erlebens, wie aus ihrem Vater, dem starken Zirkusartisten, ein schweigsamer, arbeitsunfähiger Mann wird. Mit gefühlvollen Erklärungen und durch das Darbieten von Hilfen für den Papa gelingt es, die schwere und betroffene Situation aufzulösen und Mut zu machen für das Bewältigen von schweren Lebenskrisen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Markt der Möglichkeiten, an dem auch Kooperationspartner der Veranstaltung wie das saarländische Bündnis gegen Depression und die AOK Gesundheitskasse neben Beratungsstellen und Gesundheitsamt als Ansprechpartner zur Verfügung standen. Auch die Schoolworker und Schulsozialarbeiterinnen/Schulsozialarbeiter, welche in ihrem beruflichen Alltag häufig mit Kindern zur Sensibilisierung von Gefühlen und der Selbstwirksamkeit arbeiten, stellten ihre Materialien vor und regten an, die Arbeit mit den Kindern in Gruppen und Klassen fortzusetzen.

Nach dem Fachtag bot Claudia Gliemann noch zwölf Lesungen in vier Schulen des Saarpfalz-Kreises an. Dabei gelang es ihr, die Kinder im Dialog für die Bewältigung von negativen Gefühlslagen zu sensibilisieren, ihnen Ausdrucksmöglichkeiten aufzuzeigen und für einen Dialog mit den Eltern Materialien an die Hand zu geben. Seitens der Schulen wurde rückgemeldet, dass dieses kindgerechte Präventionsangebot eine breite Resonanz bei den Kindern erzeugte. Organisiert war die Lesereise durch die Schoolworker und Schulsozialarbeiter im Saarpfalz-Kreis, welche die Präventionsarbeit für soziale Themen in Einzelberatungen wie in Klassensettings zu den unterschiedlichen Themen gerne initiieren.

Das Fazit aller erreichten Fachkräfte und Kinder lautete nach Abschluss der Woche, dass durch die neu initiierte Netzwerkarbeit von Selbsthilfe, Gesundheitssystem und Schulsozialarbeit neue Verknüpfungen entstanden sind, die der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen für ein gesundes Aufwachsen dienen können.

 

Pressestelle SPK

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