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„Zenger-Friedenstaube“ in Mainz gelandet

Als Symbol für die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat der Landshuter Künstler Richard Hillinger zu deren 60. Jahrestag im Jahr 2008 jeweils eine lebensgroße „Friedenstaube“ erschaffen. Jede einzelne trägt den Namen einer Persönlichkeit, die sich mit besonderem Engagement für die Wahrung der Menschenrechte eingesetzt hat. Es finden sich so bekannte Namen wie Theodor Heuss, ehemaliger Bundespräsident, Henri Dunant, Gründer des Roten Kreuzes, Philipp Jakob Siebenpfeiffer, Initiator des Hambacher Festes, oder Anne Frank, Symbolfigur für alle Opfer der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten, darunter.

Eine weitere Taube aus Bronzeguss, die der Landkreis Südwestpfalz erworben hat, ist dem Pfälzer Johann Peter Zenger gewidmet. Zenger, der von 1697 bis 1748 lebte, ist mit großer Wahrscheinlichkeit in Rumbach geboren und aufgewachsen (sein Vater war in Rumbach Dorfschullehrer), in jungen Jahren jedoch mit seiner Familie nach Amerika ausgewandert. 1710 ging er in Begleitung seiner Mutter und seiner beiden jüngeren Geschwister in New York von Bord des Auswandererschiffes „Queen Ann“. In New York war er als Druckermeister, Journalist und Zeitungsverleger tätig und setzte sich für die Pressefreiheit ein. 1735 kam es zu einem Gerichtsverfahren, dem Zenger bis heute eine gewisse Berühmtheit verdankt. Der damalige Gouverneur von New York, William Cosby, verklagte Zenger als Herausgeber des „Weekly Journal“ wegen Verleumdung. Zenger wurde freigesprochen.

Der Tradition entsprechend – alle Friedenstauben haben ihre Reise auf dem Schreibtisch eines Landrates oder Oberbürgermeisters in Deutschland begonnen – hatte die „Zenger-Friedenstaube“ zuerst auf dem Schreibtisch von Landrat Hans Jörg Duppré residiert. Danach ging sie über Rumbach, die Sprakasse und die Redaktionen lokaler Medien zu Landrat Clemens Lindemann in den Saarpfalz-Kreis.

Jetzt konnte die Taube zu einer weiteren Zwischenstation gebracht werden: die beiden Landräte Duppré und Lindemann fuhren nach Mainz, um die „Zenger-Friedenstaube“ in die Obhut des rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck zu übergeben. In der Staatskanzlei nahm der Ministerpräsident die Taube entgegen und platzierte sie für die kommenden Wochen auf seinem Schreibtisch. Danach soll die Taube weiter nach Polen „reisen“.

In der Staatskanzlei in Mainz überreichten die Landräte Clemens Lindemann und Hans Jörg Duppré Ministerpräsident Kurt Beck die „Zenger-Friedenstaube“.
Foto: Saarpfalz-Kreis / Steigner

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St. Ingberter Anzeiger ·
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