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Zweiter Saarpfalz-Gipfel

Seit der Unterzeichnung des Demographiepaktes im letzten Jahr hat sich viel getan – das wurde beim 2. Saarpfalz-Gipfel „Gemeinsam den Wandel gestalten“ deutlich.

Unter der Schirmherrschaft von Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur im Saarland, wurde ausführlich über die Fortschritte berichtet und um weiteres Engagement und Kooperationen geworben. Abgerundet wurde die Veranstaltung von zwei Impulsvorträgen führender Experten in der Diskussion um die gemeinschaftliche Gestaltung gesellschaftlicher Veränderungsprozesse.

Kooperationen als Schlüssel für die erfolgreiche Gestaltung des demographischen Wandels

Knapp 150 Teilnehmer kamen zum 2. Saarpfalz-Gipfel, der in Kooperation mit dem bundesweiten Demographienetzwerk e. V. (ddn) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) in der Aula des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums stattfand. In seinen Begrüßungsworten sprach Landrat Dr. Theophil Gallo von einem unabwendbaren Wandel in der Gesellschaft, der maßgeblich von der Digitalisierung beeinflusst wird. Gerade weil es uns momentan so gut gehe, müsse dringend etwas dafür getan werden, dass das auch so bleibt. Den Schlüssel dazu sieht Gallo in der Bildung, die für ihn vor allem in der Sensibilisierung für Werte und in der Anleitung zu selbständigem, kritischem Denken klare Schwerpunkte hat. Er fordert einen bildungspolitischen Aufbruch, damit die Bildungspolitik auch in echte Chancen mündet, denn – so formuliert Gallo abschließend in Anlehnung an ein Zitat von Otto von Bismarck – „lieber wollen wir den Wandel gestalten, als ihn zu erleiden“.

Laut der Experten ist die Bildung von Kooperationen der Schlüssel für eine erfolgreiche Gestaltung des Wandels. „Netzwerken ist nett, aber oft nur oberflächlich. Kooperationen sind zwar schwieriger, aber viel produktiver, da feste Strukturen gebildet und Ressourcen geteilt werden“, weiß Christoph Zeckra, der Gesamtverantwortliche für den Generali Zukunftsfonds. Allerdings werde oft noch zu kurz gedacht. Das Problem dabei sieht der Experte darin, dass oft nur im „eigenen Sektor“ geplant wird. Mit Prof. Dr. Thomas Klie ist er sich einig, dass Kooperationen systematisch angegangen und eine trisektorale Zusammenarbeit geschaffen werden muss, d.h. Kooperationen zwischen Staat, Markt und Zivilgesellschaft. Klie, unter anderem Vorsitzender der Engagementberichtskommission der Bundesregierung, fordert darüber hinaus, Förderprogramme auch für Menschen außerhalb der Mittelschicht zu öffnen und ihnen die Möglichkeit zum Engagement zu geben. Für das Gelingen von Kooperationen sieht Klie jedoch noch einen weiteren entscheidenden Baustein: „Das spezifische Wissen über die demographischen Dynamiken vor Ort ist ganz wichtig“.

Die Ansätze des Saarpfalz-Kreises zur Gestaltung des demographischen Wandels sind vielseitig. Im Rahmen des Gipfels wurden die bereits initiierten Projekte vorgestellt und mit Akteuren und Interessierten im Rahmen von Diskussionsrunden um weitere Erkenntnisse ergänzt.

Mit rund 65.000 Euro fördert der Regionalfonds des TRAFO-Projekts „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ 13 Kulturprojekte im Saarpfalz-Kreis. Damit sollen die bestehenden Kultureinrichtungen dabei unterstützt werden, ihre Angebote und Arbeitsweisen unter Beteiligung weiterer Akteure weiterzuentwickeln und nachhaltig zu verändern. Aus 18 gestellten Projektanträgen wählte ein Beirat 13 Projekte aus den Bereichen Kulturgeschichte, Bildende Kunst, Theater und Musik aus, die in spannender Weise die Ziele des Projektes „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ erfüllen: Stärkung und Weiterentwicklung von Kultureinrichtungen unter Beteiligung von Schülern/innen, Jugendlichen, Bürger/innen und Vereinen. Die Prämierung der 13 ausgezeichneten Projekte fand beim 2. Saarpfalz-Gipfel durch Schirmherr Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur im Saarland, Landrat Dr. Theophil Gallo und Alexander Funk, Mitglied des Bundestages und 1. Vorsitzender des Vereins Saarpfalzkultur e.V. statt.

Die Leitstelle Lebenslanges Lernen, die zum 1. September ihre Arbeit aufgenommen hat, soll durch ein ständiges Beobachten und Analysieren der Bildungsdaten und der soziodemographischen Entwicklung ein für alle Generationen entlang ihrer Lebenslinie passendes Bildungsangebot realisieren helfen. Beispielsweise werden etwa 40 % aller Ausbildungsverträge im Handwerk vorzeitig wieder gelöst. Die Leitstelle bietet Möglichkeiten, dies genauer zu untersuchen und Lösungsansätze zu finden, um diese Zahl zu reduzieren bzw. im Idealfall „auf Null“ zu bringen. Die Diskussionsrunde kam zu dem Ergebnis, dass eine erfolgreiche Umsetzung nur durch eine transparente Bildungslandschaft und einen Wissenstransfer zwischen den Generationen gelingen kann.

In der Kampagne „Hände hoch fürs Handwerk“ engagiert sich die Wirtschaftsförderung Saarpfalz in Kooperation mit der Handwerkskammer des Saarlandes dafür, Handwerksberufe als berufliche Zukunft stärker in das Bewusstsein junger Menschen zu bringen. „Dafür muss das Handwerk aber auch selbst aktiv werden“, so die Diskussionsrunde. Dazu gehöre, sich zukunftsfähig aufzustellen, aktiv um Nachwuchs zu werben und auch stärker zusammenzuarbeiten, d.h. Allianzen zu bilden.

Mobilitätseingeschränkten Menschen die Nutzung von Bus und Bahn zu erleichtern, das ist das Ziel des Projektes mobisaar, das seit dem 1. September 2016 im Saarpfalz-Kreis läuft und in Kooperation mit dem iso Institut, der Saarbahn und neun weiteren Unternehmen, Organisationen und Verbänden umgesetzt wird. Die Diskussionsrunde ergänzte, dass auch neue und flexiblere Mobilitätsformen geschaffen werden müssten. Darüber hinaus sollte bereits in den Schulen für das Thema in Verbindung mit Klimaschutz generell stärker sensibilisiert werden und allgemein besser über den ÖPNV informiert werden.

Unter dem Dach des Demographiepaktes ist es bisher gelungen, rund 2 Mio. Euro an Fördergeldern in den Saarpfalz-Kreis zu holen – und es sind noch weitere Förderanträge in Planung.

Informationen zum Saarpfalz-Gipfel und den Projekten bei Mark Herzog, Demographiebeauftragter des Saarpfalz-Kreises, unter 06841/104-8073 oder www.lebendige-saarpfalz.de.

Titelbild:
Knapp 150 Teilnehmer kamen zum 2. Saarpfalz-Gipfel in die Aula des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums

 

PM: Pressestelle SPK

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