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Der „Wosterhase“ kämpft in O-R-T gegen „Arbeitsplätze mit Verfallsdatum“

Wann:
6. Dezember 2014@11:00
2014-12-06T11:00:00+01:00
2014-12-06T11:30:00+01:00
Wo:
„Faire Arbeit“ Info-Stand in Saarlouis
Französische Straße
66740 Saarlouis
Deutschland
Kontakt:
IG BAU Saar-Trier

Aktion „Wosterhase“: „Weihnachtsmann trifft Osterhase“ – unter diesem Motto startet die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) im Kreis Saarlouis einen Aktionstag zur befristeten Beschäftigung.

„Weihnachtsmann und Osterhase – das sind zwei ‚Prominente mit Job auf Zeit‘. Beide haben einen ‚Arbeitsplatz mit Verfallsdatum‘. Ein Mix aus beiden wird daher jetzt die zentrale Symbolfigur gegen die befristete Beschäftigung: der ‚Wosterhase‘“, sagt die Fachgruppenvorsitzende Gebäudereinigung der IG BAU Saar-Trier, Ute Langenbahn.

Mit ihrer Aktionswoche „Faire Arbeit – Jetzt: Für unbefristete Arbeit mit Perspektive“ will die Gewerkschaft die Menschen unterstützen, die in Saarlouis lediglich einen befristeten Arbeitsvertrag haben. „Sie bekommen dabei Know-how und Hilfe“, so die IG BAU Saar-Trier. Und zwar am kommenden Samstag (06. DEZEMBER 2014): Betroffene können sich dann am Info-Stand in der Französischen Strasse in Saarlouis ab

11 Uhr direkt bei der Gewerkschaft darüber informieren, unter welchen Bedingungen Arbeitgeber überhaupt einen Job als befristete Beschäftigung anbieten dürfen. Ebenso geht es um die Rechte der Betroffenen. Als Clou hält die IG BAU den „Wosterhasen“ parat: „Es gibt für jeden, der sich beraten lässt, einen Schoko-Osterhasen und dazu eine Info-Postkarte mit ‚befristet beschäftigtem Weihnachtsmann‘“, sagt Ute Langenbahn.

„Im Kreis Saarlouis haben Hunderte von Menschen einen Arbeitsvertrag mit ‚Verfallsdatum‘ unterschrieben – oft aus der Angst heraus, sonst gar keinen Job zu haben. Es gibt einen regelrechten Befristungs-Wildwuchs. Besonders schlimm ist es in der Gebäudereinigung“, sagt Ute Langenbahn. Die Fachgruppenvorsitzende Gebäudereinigung der IG BAU Saar-Trier beobachtet eine Zunahme von Arbeitsverträgen in der Reinigungsbranche, die lediglich für ein halbes oder ein Jahr abgeschlossen werden. Betroffen seien überwiegend Frauen. Deren Sorge, überhaupt einen Arbeitsplatz zu bekommen, werde „ganz oft schamlos ausgenutzt“, so Langenbahn. Im Gebäudereiniger-Handwerk startet die IG BAU eine Initiative gemeinsam mit Arbeitnehmern und Betriebsräten gegen Befristungen. „Die Nachteile für Arbeitnehmer sind zu groß. Aus Angst, nicht übernommen zu werden, nehmen sie schlechte Arbeitsbedingungen in Kauf, wehren sich nicht. Das können wir nicht mehr hinnehmen“, sagt Ute Langenbahn. Die Betriebsräte in der Branche sind aufgefordert, ihre Mitbestimmungsrechte wahrzunehmen.

Dazu hat die IG BAU ab sofort die bundesweite Info-Hotline „Faire Arbeit – Jetzt!“ (zum regulären Telefontarif) geschaltet: 0391 / 40 85 232 (Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr, Samstag von 9 bis 16 Uhr). Unter dieser Rufnummer wird Betroffenen, die auf dem Bau, in der Baustoffbranche, in der Gebäudereinigung und in den „grünen Berufen“ – etwa im Garten- und Landschaftsbau oder als Floristin – arbeiten, rasch eine Beratung von einem regionalen Experten vermittelt. Auch einen Info-Flyer „Befristet beschäftigt – Deine Rechte“ können Beschäftigte dieser Branchen über die Hotline ordern. Er gibt wichtige „Arbeitnehmer-Tipps gegen Arbeitgeber-Tricks“ rund um die befristete Beschäftigung.

Für die IG BAU Saar-Trier ist die befristete Beschäftigung „ein gewaltiges Problem“, das im Arbeitsalltag heimischer Unternehmen an der Tagesordnung sei: „Im Kreis Saarlouis haben Hunderte von Menschen einen Arbeitsvertrag mit ‚Verfallsdatum‘ unterschrieben – oft aus der Angst heraus, sonst gar keinen Job zu haben. Es gibt einen regelrechten Befristungs-Wildwuchs. Besonders schlimm ist es in der Gebäudereinigung“, sagt Langenbahn. Die IG BAU Saar-Trier beobachtet eine Zunahme von Arbeitsverträgen in der Reinigungsbranche, die lediglich für ein halbes oder ein Jahr abgeschlossen werden. Betroffen seien überwiegend Frauen. Deren Sorge, überhaupt einen Arbeitsplatz zu bekommen, werde „ganz oft schamlos ausgenutzt“, so die Fachgruppenvorsitzende.

Dabei sind Arbeitsverträge, die ein Unternehmen ohne erkennbaren Grund von vornherein befristet, für die IG BAU Saar-Trier „ein Gräuel“. Denn für die Beschäftigten bedeute dies erhebliche Nachteile: „Es wird schwer, eine ordentliche Wohnung zu mieten. Denn jeder Vermieter erkundigt sich natürlich nach dem Einkommen. Auch wer etwas anschaffen will und dafür einen Kredit braucht, hat schlechte Karten. Und eine Familie gründen? – Fehlanzeige“, sagt Ute Langenbahn.

Die IG BAU Saar-Trier will deshalb allen „Auf-Zeit-Jobbern“ Tipps geben, wie sie mit ihrem auslaufenden Arbeitsvertrag umgehen sollten. Dabei gehe es auch um die Rechte am Arbeitsplatz – um Lohnfortzahlung bei Krankheit, Urlaub oder an Feiertagen. „Ein wichtiger Punkt sind ‚Ketten-Befristungen‘. Viele Chefs verfolgen das Ziel, dass sich ein befristeter Arbeitsvertrag nahtlos an den anderen reiht. Hier muss man die Bremse ziehen“, so die IG BAU-Fachgruppenvorsitzende. Denn maximal für zwei Jahre dürfe ein Arbeitsverhältnis auf Zeit mit allen Verlängerungen dauern, wenn kein ordentlicher Grund für die Befristung im Arbeitsvertrag stehe.

Titelbild:
Leider steht er mit seinen Sorgen nicht alleine da: der Nikolaus. „Bald wieder ohne Job“ – mit dem Schoko-Weihnachtsmann hat die IG BAU Saar-Trier ein „handfestes Problem“ nett verpackt: die befristete Beschäftigung. „Dabei gehört der ‚Job auf Zeit‘ ganz und gar nicht zu den Schokoladenseiten der Arbeitswelt. Im Gegenteil …“, so die Gewerkschaft. Per Info-Stand und Hotline gibt die IG BAU jetzt „Arbeitnehmer-Tipps gegen Arbeitgeber-Tricks“ rund um die befristete Beschäftigung. Wer zum Aktionsstand der IG BAU kommt, bekommt sogar ein skurriles vorweihnachtliches „Schoko-Geschenk“: den „Wosterhasen“ …

 

PM: Angelika Kasten, IGBau

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