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Kinowerkstatt: A Girl Walks Home Alone At Night

Wann:
23. Mai 2015@23:00
2015-05-23T23:00:00+02:00
2015-05-23T23:30:00+02:00
Wo:
Kinowerkstatt St. Ingbert
Pfarrgasse 49
66386 Sankt Ingbert
Deutschland
Kontakt:
Wolfgang Kraus

Es war ein phantastisches Kinodebut und das perfekte Midnight Movie: Die erste Vampirin der Filmgeschichte, die einen Tschador trägt und Skateboard fährt in dem Film “A Girl Walks Home Alone At Night“ jetzt in der Kinowerkstatt St. Ingbert, am Samstag, den 23. Mai, um 23 Uhr und am Sonntag, den 24. Mai, um 20 Uhr zu sehen.

Schon die Produktion mutet kurios an. Ana Lily Amirpour wollte unbedingt einen iranischen Film machen. In der Heimat ihrer Vorfahren konnte die in England geborene und in den USA aufgewachsene Regisseurin mit persischen Wurzeln jedoch nicht drehen. Also erfand sie kurzerhand eine Stadt: Bad City, einen jener mythischen Orte des Kinos, an dem Popkultur und Filmgeschichte ineinanderfließen. Dort trifft ein iranischer James Dean (Arash Marandi) auf einen weiblichen Dracula (Sheila Vand), die 1950er kollidieren mit den 1990ern.

Doch diese Blutsaugerin ist einsam. Wie es der Filmtitel bereits verrät, geht sie stets allein nach Haus. Trifft sie zu später Stunde einen Mann, sind dessen Angebote eindeutig. Was sollte eine rechtschaffene Frau um diese Uhrzeit auch sonst auf der Straße suchen? Doch statt nackter Haut zeigt die Namenlose Zähne…! Bei Amirpour fungiert der Vampir nicht mehr bloß als Metapher einer unterdrückten Sexualität, sondern als Rächer unterdrückter Frauen. Ihre Heldin scheint die einzig Moralische in einer Stadt voller Gesetzloser.

Amirpour, die als Kind iranischer Eltern in den USA aufwuchs, arbeitete als Malerin, bildende Künstlerin und tourte als Frontfrau einer Indierock-Band durch die USA und landete schließlich in Los Angeles, um Filme zu drehen.

Ihre Kurzfilme liefen auf internationalen Festivals. 2010 entstand “A Girl Walks Home Alone At Night, True Love” und erhielt auf dem Festival von Mailand den Publikumspreis.

Mit Interpretationen hält sie sich zurück. Sie nennt lediglich David Lynch, Sergio Leone und Murnaus Nosferatu als Einflüsse, und tatsächlich bedient sie sich in „A Girl Walks Home Alone At Night” elegant unzähliger Genrefilm-Referenzen. Die Lobeshymnen, die nach der Premiere auf dem letztjährigen Sundance Festival gesungen wurden, sind vor allem aus einem Grund gerechtfertigt: Dieser Film ist viel mehr als die Summe seiner Teile… Die berauschenden Schwarz-Weiß-Kompositionen erinnern an frühe Indie-Filme aus den 70er- und 80er-Jahre, etwa von Jarmusch, filmspielerisch verbunden mit lakonischen Kumpanen im Geiste eines Aki Kaurismäki.

 

PM: W.Kraus

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