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Kinowerkstatt: Mittwoch 04:45

Wann:
26. Februar 2016@21:00
2016-02-26T21:00:00+01:00
2016-02-26T21:30:00+01:00
Kontakt:
Wolfgang Kraus

Die Kinowerkstatt zeigt am Freitag, den 26. Februar, um 21 Uhr, am Samstag, den 27. Februar, um 20 Uhr, am Sonntag, den 28. Februar, um 20 Uhr und am Montag, den 29. Februar, um 18 Uhr den Film „Mittwoch 04:45“.

(Tetarti 04:45 – Griechenland, Deutschland, Israel 2015 – 116 Min. FSK: ab 12 Jahre) Regie: Alexis Alexiou – Drehbuch: Alexis Alexiou, Darsteller: Adam Bousdoukos, Mimi Branescu, Christina Dendrinou, Nikol Drizi, Yiorgos Gallos, Kostas Laskos, Stelios Mainas, Maria Nafpliotou, Vagelis Rokos, Spyros Sidiras, Giorgos Symeonidis, Dimitris Tzoumakis.

„Oft hört man bei Festivals den Satz: „Euch Deutschen geht es zu gut, deswegen sind Eure Filme gerade so langweilig.“ Da ist etwas dran. Viele der klügsten und originellsten europäischen Filme der letzten Jahre kamen jedenfalls aus den wirtschaftlich gebeutelten Ländern Rumänien und Griechenland.

Der griechische Thriller „Mittwoch, 04:45“ handelt von einem Athener Gastronomen, der seine Schulden bei eine rumänischen Kredithai nicht mehr begleichen kann. Der Aufschub von 24 Stunden gibt ihm Zeit, bis zum Ertrinken einzutauchen in einen kriminellen Untergrund, der für ihn bislang unsichtbar war: Ein Film, der einen verschuldeten Griechen zum Helden hat, ist dazu verdammt, als Gleichnis auf die Gegenwart verstanden werden zu wollen.

Um ein altes Genre-Lied hat Filmemacher Alexis Alexiou eine Art visuellen Kontrapunkt komponiert. In kurzen Schärfentiefen führt die Kamera in ein Athen, in dem Protagonist Stelios (Stelios Mainas) kaum die Hand vor Augen sieht. Noch bevor man ihm die Pistole auf die Brust setzt, ist er unfähig zu genießen, wofür er eigentlich lebt. Nach dem schnellen Sex mit seiner attraktiven Frau kümmert er sich gleich wieder um die Arbeit in seinem schicken, aber meist leeren Jazz-Club.
Dabei hat er schon lange kein Ohr mehr für die Schönheit der Musik, sondern nur noch für die kleinen Fehler in der Tonanlage. Sein vernachlässigtes Familienleben erscheint ihm wie die kalkulierbare kleine Krise in der großen. Doch beides, das beschwört Alexiou fast gleichnishaft, bedingt einander.

Wann immer der Film allein mit Stelios ist, verdunkelt er sich zu einer betörenden Traumsequenz. Dann schwebt die Kamera mit ihm durch eine zähflüssige Zeit, untermalt von hinreißend melancholischen griechischen Schlagern der 60er Jahre. Erst jetzt scheinen ihre traurigen Ahnungen wahr geworden. „Ein Schiff wird kommen?“ Na hoffentlich. Jetzt ist es langsam Zeit.

So wie die traurigen griechischen Schlager ist „Mittwoch 04:45“ eine Hommage an alle Unschuldig-Unglücklichen.“ schrieb Daniel Kothenschulte in der Frankfurter Rundschau.

 

PM: W. Kraus

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