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Kinowerkstatt: Mustang

Wann:
11. März 2016@19:00
2016-03-11T19:00:00+01:00
2016-03-11T19:30:00+01:00
Kontakt:
Wolfgang Kraus

Die Jury der Evangelischen Filmarbeit empfiehlt als Film des MOnats März 2016 die französisch-türkisch-deutsche Koproduktion „Mustang“, die gerade mit 4 Césars ausgezeichnet wurde und für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert war.

„Mustang“ läuft an diesem Wochenende in der Kinowerkstatt, am Freitag, den 11. März, um 19 Uhr, am Samstag, den 12. März, um 20 Uhr, am Sonntag, den 13. März, um 18 Uhr und am Montag, den 14. März, um 18 Uhr. Der Film erzählt vom Schicksal 5 junger Schwestern in der Türkei, die verheiratet werden sollen. In der Begründung der Jury heißt es: „„Mustang“ setzt der erstarrten Tradition einen überzeugenden weiblichen Freiheitsdrang entgegen.“

In einem türkischen Dorf in der östlichen Türkei an der Küste des Schwarzen Meeres wachsen Lale und ihre vier älteren Schwestern nach dem Tod ihrer Eltern im Haus ihrer Großmutter und ihres Onkels auf. Es sind neugierige und lebenslustige Heranwachsende, alle gehen noch zur Schule. Einmal toben sie ausgelassen am Strand mit gleichaltrigen Jungen. Für Großmutter und Onkel ist diese Nähe zu den Jungen schamlos und unsittlich. Sie erhalten Hausarrest. Die Mädchen rebellieren gegen die Zwänge, die sie auf ein traditionelles Rollenverhalten festlegen wollen. Sie verlassen das Haus trotz vergitterter Fenster und verriegelter Türen immer wieder, haben erste Freunde und widersetzen sich den Androhungen des Onkels. Für eine nach der anderen werden Hochzeiten arrangiert, bei der ihre Jungfräulichkeit gewährleistet sein und der Brautpreis stimmen muss. Als Nur, noch ein Kind, verheiratet werden soll, verbarrikadiert sie sich mit Lale vor den ankommenden Hochzeitsgästen.

Die Zwangsverheiratung Minderjähriger, die Verweigerung der Bildung und die Reduzierung der Frau auf ihre Rolle als künftige Mutter und Hausfrau widersprechen jeglichem Anspruch auf individuelle Selbstbestimmung und Emanzipation. Die Kamera zeigt die Unbefangenheit der Mädchen im Verhältnis zum eigenen Körper, im Gegensatz zu einer Tabuisierung, die, so die Regisseurin, alle Frauen ständig sexualisiert. Die Kritik an der Tradition hat auch ihren Preis, kann Ausgrenzung und Verzweiflung zur Folge haben. Dagegen eröffnen die Phantasie und aufgeweckte Raffinesse Lales ihr den Weg in eine Zukunft, die Frauen gesellschaftliche Teilhabe und eigene Entscheidungen ermöglicht. „Mustang“ setzt der erstarrten Tradition einen überzeugenden weiblichen Freiheitsdrang entgegen.

 

PM: W. Kraus

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