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Kinowerkstatt zeigt zum Bundesstart »Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben«

Wann:
28. November 2014@19:00
2014-11-28T19:00:00+01:00
2014-11-28T19:30:00+01:00
Kontakt:
Wolfgang Kraus

Die Kinowerkstatt zeigt zum Bundesstart am Freitag, den 28. November, um 19 Uhr, am Samstag, den 29. November, um 20 Uhr und am Sonntag, den 30. November, um 20 Uhr „Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben“ (How I Learned To Love The Numbers).

Regie: Oliver Sechting, Max Taubert (D 2014 | 88 Min) mit Rosa von Praunheim, Joey Arias, Anna Steegmann, Claudia Steinberg

Tom Tykwer, Ira Sachs, Yony Leyser, Phoebe Legere, Jonathan Caouette, Ultra Violet u. a.

Oliver Sechting und Max Taubert fliegen in die USA, um in der Mega-Metropole New York für ihr erstes eigenes Filmprojekt einige Künstler zu interviewen. Doch schnell wird klar, dass der Plan der beiden unerfahrenen Filmemacher nicht so aufgeht wie erhofft, denn Oliver leidet an „magischen Zwangsgedanken“, die nicht nur den Dreh, sondern auch die Freundschaft der beiden belasten. Schließlich wird aus den Spannungen und Problemen hinter der Kamera das eigentliche Thema des Films und der Fokus richtet sich mehr zufällig als gewollt auf Olivers neurotische Krankheit. Wenn Sechting Zahlen wahrnimmt, dann führt das in seinem Kopf zu zwanghaften Gedankenfolgen, die seinen Alltag und seine Arbeit überschatten.

Der Film enthält gleichzeitig auch noch Spuren des ursprünglich geplanten Projekts, denn einige Interwies mit Größen der New Yorker Künstlerszene wurden tatsächlich durchgeführt und haben es in den fertigen Film geschafft. Die Wechsel von der klaustrophobischen Enge des Apartments zu diesen Gesprächen sowie zu den gelegentlich eingestreuten atemberaubenden Aufnahmen des Big Apple wirken bisweilen genauso zerfahren wie die gedanklichen Rechenspiele von Regisseur und Protagonist Sechting, was dem Film eine zur Entstehungsgeschichte passende Unruhe verleiht. „Wie ich lernte, die Zahlen zu lieben“ ist kein Werk aus einem Guss, sondern das lebendige Zeugnis eines ungewöhnlichen Geisteszustands.

Fazit: Eine intime Dokumentation über die faszinierende und verstörende Welt der magischen Zwangsgedanken.

Oliver Sechting: „Unser Film soll Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen Mut machen, zu sich selbst zu stehen, selbstbewusst durch`s Leben zu gehen. Therapien können helfen, aber nicht immer heilen. Darüber kann man verzweifeln oder man versucht, das Beste daraus zu machen. Als Betroffener die eigene Geschichte zu erzählen, ist ein guter Schritt, sich und andere aus einer verdunkelten Ecke des Lebens herauszuholen und ins Licht zu stellen. Ich habe lange gebraucht, die Genesung meiner Psyche nicht nur allein an einem medizinischen Erfolg festzumachen, sondern auch an der Akzeptanz dessen, was sich nicht mehr ändern lässt. Es kann enorm schwer sein, eine psychische Erkrankung nicht nur als Handicap zu betrachten. Dieser Film, die Mut machenden Begegnungen mit unseren Protagonisten haben mir geholfen, in meiner Verzweiflung, in meinen Ängsten und in meinem Leiden als Zwangserkrankter eine konstruktive Kraft und einen Wert zu erkennen. Film(en) kann Therapie sein.“

 

PM: Wolfgang Kraus

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