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Programm der Kinowerkstatt

Wann:
30. Juni 2017@20:00
2017-06-30T20:00:00+02:00
2017-06-30T20:15:00+02:00
Kontakt:
W. Kraus

„Born to be blue“ (Fr. 30. Juni, 20 Uhr; Sa. 1. Juli, 20 Uhr; Mo. 3. Juli, 18 Uhr); „Beuys“ (So. 2. Juli, 18 Uhr); „Die Schlösser aus Sand“ (OmU) (So. 2. Juli, 20 Uhr); „Die Schlösser aus Sand“ (dt. Fassung) (Mo. 3. Juli, 20 Uhr).

Born to be blue

„Born to be blue“ nannte Regisseur Robert Budreau seinen Film über Chet Baker mit Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie, der jetzt in der Kinowerkstatt St. Ingbert am Freitag, den 30. Juni, am Samstag, den 1. Juli, jeweils um 20 Uhr und am Montag, den 3. Juli, um 18 Uhr läuft.

In den 50ern ist Chet Baker einer der gefragtesten Musiker der Jazz-Szene. Chet Baker (1929–1988) war einer der wenigen Jazzmusiker, die man sofort am ersten Ton erkannte. Sein Spiel mit der Trompete und dem Flügelhorn war geprägt von einem weichen, lyrischen, ruhigen und depressiven Ton, der die Zuhörer sofort in seinen Bann schlug. Er wird als “James Dean des Jazz” bezeichnet, als “Prince of Cool”, der es mit Größen wie Miles Davis oder Dizzy Gillespie aufnehmen kann. Doch der Musiker verfällt den Drogen und stürzt ab. Vor diesem realen Hintergrund entspinnt das Biopic “Born to Be Blue” ein interessantes Spiel, das authentische und erdachte Fakten miteinander vermischt. Budreaus Ansatz ist schlüssig. Er bündelt geschickt die wesentlichen Konfliktlinien in Bakers Leben und bleibt doch nahe genug an der überlieferten Wahrheit, um glaubwürdig zu wirken. So inszeniert Regisseur Robert Budreau (“Solo”, “That Beautiful Somewhere”) einen sentimentalen Musikfilm, der einige Überraschungen in der Hinterhand hat.

Verraucht, melancholisch, düster fängt “Born to Be Blue” den Schmerzkern des Jazz in stilsicheren Bildern ein. Immerhin arbeitet Budreau einen Charakter heraus, der den Jazz geöffnet hat für ein größeres, weiblicheres Publikum. Einen, bei dem man bei jeder Note Angst hat, er könnte zerbrechen wie der Künstler selbst.

Für Schauspieler Ethan Hawke ist die Rolle des Ausnahmemusikers Chet Baker eine echte Herausforderung gewesen: Um die Liveauftritte Bakers authentisch zu inszenieren, musste Hawke Trompetenunterricht bei dem kanadischen Musiker Ben Promane nehmen. “Born to Be Blue” ist nicht der erste Film, der die außergewöhnliche Biografie der Jazzlegende nachzeichnet. Am bekanntesten ist sicherlich die oscarnominierte Dokumentation “Let´s Get Lost” von Bruce Weber. Doch auch Robert Budreau scheint nachhaltig von Baker fasziniert zu sein. Im Jahr 2009 erschien bereits seine Filmbiografie “The Deaths of Chet Baker”, die sich mit den zahllosen Mythen rund um den Tod des Musikers befasst: Baker, der im Jahr 1929 als Chesney Henry Baker in den USA geboren wurde, starb nach einer tumultösen Karriere am 13. Mai 1988 in Amsterdam, als er unter Drogeneinfluss aus dem Fenster seines Hotelzimmers stürzte. Hawke arbeitet die Widersprüche eines fragilen Genies heraus, gerade im Gegensatz zu Miles Davis und Dizzy Gillespie, die beide ebenfalls im Film auftreten. Davis vermittelt immer das Gefühl totaler Kontrolle – jeder Ton sitzt, die Trompete strahlt –, während Baker bedächtig geschmeidige Melodien ertastet und in seinen vielen Balladen den Tönen Luft lässt, ohne je allzu gefällig zu wirken.

„Die Geschichte des Jazz ist auch eine des Heroins: Charlie „Bird“ Parker hing an der Nadel, zumindest zeitweise auch andere prägende Musiker wie Miles Davis, John Coltrane, Art Blakey und Ray Charles. Keiner aber trug seine Sucht so offen vor sich her wie Chet Baker. Er konnte mit der Trompete feinsinnige, wehmütige Geschichten in den Raum tupfen, die von einem menschlichen Dasein erzählen, das bei aller Brüchigkeit jeden Moment wert ist.

All das vermittelt die neu eingespielte Musik. Der kanadische Trompeter Kevin Turcotte trifft Bakers Tonfall, ohne ihn nur nur zu imitieren. Darüber hinaus ist Turcotte das Kunststück gelungen, auch die Parts von Miles Davis und Dizzy Gillespie mit charakteristischem Klang einzuspielen. Hawke nahm eigens Gesangsunterricht und intoniert sehr respektabel „My funny Valentine“ und „Let’s get lost“.“ (Bernd Haasis, Stuttgarter Zeitung)

 

Die Schlösser aus Sand

Original mit Untertitel und in der deutschen Fassung

Die Kinowerkstatt St. Ingbert zeigt am Sonntag, den 2. Juli, um 20 Uhr in der OmU-Fassung „Die Schlösser aus Sand“ (Frankreich 2015) Regie: Olivier Jahan, mit Emma de Caunes, Yannick Renier, Jeanne Rosa. (102 Minuten), am Montag, den 3. Juli, ebenfalls um 20 Uhr, läuft er noch einmal in der deutschen Fassung.

In einem beinahe literarischen Stil, mit einer inneren erzählenden Stimme, mit eingeblendeten Fotos, Brüchen und Visionen entfaltet sich die leise Geschichte einer gescheiterten und dennoch nicht hoffnungslosen Beziehung: Fünf Jahre lang waren Éléonore und Samuel ein Paar. Sie arbeitet als Fotografin, er als Geschichtslehrer. Nach einer Affäre Éléonores trennen sie sich. Regisseur Olivier Jahan arbeitete mit Emma de Caunes und Yannick Renier, wunderbare, sehr sensible französische Schauspieler, die wahrlich nicht zu den Stars des Landes gehören, dafür aber erfrischend, unverbraucht und lebendig wirken – echte Entdeckungen, die ihre unsicheren, suchenden Figuren mit großer Liebe spielen.“ (Knut Elstermann, mdr)

Eleanores Vater ist gestorben. Die junge Frau, eine Fotografin, bittet nun Samuel, ihren Ex-Freund, gemeinsam mit ihr zum schönen Anwesen ihres Vaters in die Bretagne zu fahren, um die Hinterlassenschaften aufzuräumen und einen Käufer für das Haus zu finden. Während die Interessenten kommen und gehen und Eleanore um ihren Vater trauert und um das Ende der Liebe zu ihrem Freund, flackert manchmal das alte Begehren auf, die frühere Intimität beginnt wieder zu glühen, aber auch die vernarbten Wunden brechen wieder auf.

 

Beuys – faszinierender Mensch

Unvergessen ist sein Beitrag zur dokumenta 7 im Jahre 1983 „7000 Eichen für Kassel“, ausführlich zu sehen in der Doku über Beuys.

„So viele Fragen bleiben. Nach Andres Veiels Beuys-Doku möchte man sich sofort eine Beuys-Biografie greifen, in eine Beuys-Ausstellung gehen, auf Youtube nach Material suchen, nach Bildern und Artikeln. Das ist ein Kompliment an den Film. Denn dass er in 107 Minuten nicht den ganzen Beuys zeigen konnte, ist klar. Aber er fixt einen an.“ (Anja Seeliger auf perlentaucher.de) „Beuys“ (Regie: Andres Veiel, Deutschland 2017, 107 Minuten) läuft passend zur Dokumenta weiter in der Kinowerkstatt, diesmal am Sonntag, den 2. Juli, um 18 Uhr.

 

PM: W. Kraus

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