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Programm Kinowerkstatt: 12. – 15. Oktober

Wann:
12. Oktober 2018 um 20:00
2018-10-12T20:00:00+02:00
2018-10-12T20:15:00+02:00
Kontakt:

„Lawrence von Arabien“ (OmU) (Fr., 12. Oktober, 20 Uhr); „Königin der Wüste“ (Sa., 13. Okt., 20 Uhr); „Zauberer von Oz“ (So., 14. Okt., 16 Uhr); „Wild at Heart“ (So., 14. Okt., 20 Uhr); „Glücklich wie Lazzaro“ (Mo., 15. Okt., 20 Uhr).

 

Lawrence von Arabien

Wüstenklassiker jetzt im Original!

Vor wenigen Wochen lief der Monumentalfilm „Lawrence von Arabien“ (Großbritannien, USA 1963) von David Lean mit Peter O’Toole, Alec Guinness, Omar Sharif in der deutschen Fassung in der Kinowerkstatt. Von Anfang an bestand der Wunsch, ihn in der Originalfassung zu sehen, er läuft jetzt am Freitag, den 14. Oktober, um 20 Uhr in der englisch-arabischen Originalfassung.

Die Handlung spielt im ersten Weltkrieg: Die Wurzel vieler Probleme der heutigen, kriselnden Welt Arabiens liegen in dieser Zeit, die noch so stark geprägt war vom kolonialen Selbstverständnis der europäischen Staaten. Im ersten Weltkrieg wird der britische Offizier Thomas Edward Lawrence (Peter O’Toole) auf die arabische Halbinsel entsandt, um die Türken zu besiegen. Er versucht, sich dem Lebensstil der Beduinen anzupassen. Um die Türken zu besiegen, muss er sich allerdings mit den Arabern verbünden. Zuerst zieht er Prinz Feisal (Alec Guinness) auf seine Seite. Lawrence schmiedet einen Plan: Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Eroberung der Hafenstadt Akaba. Vor Akaba gewinnt er mit psychologischem Geschick die Unterstützung lokaler Stämme und nimmt die Stadt im Überraschungsangriff ein. Lawrence wird zum bewunderten Anführer „El´awrence“, der nur noch Beduinenkleidung trägt. Als er erfährt, dass die britische Regierung gar nicht vorhat, den Arabern nach dem Krieg ihre Unabhängigkeit zu billigen, beschließt er gemeinsam mit den Arabern die Stadt Damaskus noch vor den Briten einzunehmen, um so einem späteren Einfluss der Briten vorzubeugen.

 

Königin der Wüste

Weiblichen Lawrence von Arabien

Am Samstag, den 13. Oktober, um 20 Uhr ist Werner Herzogs Film „Königin der Wüste“ (USA 2015), Regie und Drehbuch: Werner Herzog, mit James Franco, Nicole Kidman, Robert Pattinson zu sehen. Es geht um das Leben der Gertrude Bell (Nicole Kidman), einer weiblichen „Lawrence von Arabien“, und ein Großteil der Geschichte trägt sich ebenfalls in der Wüste zu. Die Geschichte von „Königin der Wüste“ folgt der jungen Gertrude vom englischen Landgut ihrer Familie, wo sie sich furchtbar langweilt und eingesperrt fühlt, nach Persien, wo ihr Onkel als Botschafter arbeitet. Sie verliebt sich nicht nur in das exotische Land und seine Menschen sondern auch in den Botschaftssekretär Henry Cadogan (James Franco). Die beiden wollen heiraten, aber dann stellt sich heraus, dass Henry ein Spieler und hochverschuldet ist. Seinen Selbstmord verwindet Gertrude nie.

In den folgenden Jahren bricht sie immer wieder zu gewagten Expeditionen in die Wüste auf. Reisen, die ihr bei den Arabern Respekt und den Ehrentitel „Khatun – Königin der Wüste“ einbringen. Niemand kennt die Wüstenvölker wie sie, von keinem anderen Europäer fühlen die sich so verstanden wie von ihr. Unerwartet verliebt sich Gertrude noch einmal, diesmal in den britischen Major Douhty-Wylie (Damian Lewis), aber auch dieser Beziehung ist kein Glück beschieden. Die echte Gertrude Bell, über Jahre vergessen, gehört zu den schillerndsten Figuren des frühen 20. Jahrhunderts. Sie machte zwei Weltreisen, bestieg die Rocky Mountains, war Bestsellerautorin und trotz ihrer Eigenständigkeit strikte Gegnerin der Gleichberechtigung. Nicht zuletzt spielte sie bei der Aufteilung des Nahen Ostens zwischen Frankreich und Großbritannien eine gewichtige und widersprüchliche Rolle.

 

Der Zauberer von Oz

Am Freitag, den 5. Oktober, um 18 Uhr läuft „Der Zauberer von Oz“ (USA 1939) Regie: Victor Fleming mit Judy Garland in der Hauptrolle des Mädchens Dorothy.

Die kleine Dorothy wohnt in „Der Zauberer von Oz“ mit Onkel und Tante auf einer Farm in einem trostlosen Landstrich in Kansas. Ein furchtbarer Wirbelsturm trägt das Mädchen in ein geheimnisvolles Reich hinter dem Regenbogen, das der Zauberer von Oz beherrscht. Nur dieser Magier, so lässt sie sich sagen, kann Dorothy die Rückkehr nach Hause ermöglichen und so folgt sie einer Straße aus gelben Ziegelsteinen, die sie zur Stadt Oz führen soll. Auf diesem Weg schließen sich ihr ein feiger Löwe, ein blecherner Holzfäller und eine Vogelscheuche an. Auch sie erhoffen sich etwas vom Zauberer: der Löwe Mut, der Blechmann ein menschliches Herz und die Vogelscheuche mit ihrem Kopf aus Stroh Verstand. Der Zauberer, den sie nach vielen Abenteuern finden, will ihnen nur helfen, wenn die vier eine böse Hexe bezwingen, die seine Herrschaft bedroht. Dorothy und ihre Freunde erfüllen die Aufgabe tatsächlich, aber der Zauberer entpuppt sich als Schwindler. Er ist nicht mehr als ein Taschenspieler, der mit seinen Tricks die Zauberkräfte nur vortäuschte. Trotzdem findet Dorothy den Weg zurück nach Kansas. Er ist einfacher, aber auch zauberhafter, als sie es erträumt hätte. Und was ihre Gefährten angeht: Die hatten während der gefährlichen Irrfahrt durch das Zauberreich genügend Gelegenheit zu beweisen, dass sie sowohl Mut und Herz, als auch Verstand genug haben.
1940: Oscar für den besten Song „Over the Rainbow“.

 

Wild at heart

Der Regisseur, der für seine surrealen Filme bekannt ist, hat oft Themen aus «Oz» in sein Werk einfliessen lassen. Seine schönste Hommage an «Oz» ist «Wild at Heart» (USA 1990) mit Nicolas Cage, Laura Dern, Willem Dafoe, J. E. Freeman, Isabella Rossellini, Harry Dean Stanton, John Lurie u. a. Die rubinroten Slipper, wenn Laura Dern nach ihrer alptraumhaften Begegnung mit Willem Dafoe die Hacken zusammenschlägt oder Nicholas Cages Vision der «Guten Fee» sind nur zwei von vielen Beispielen. „Wild at heart“ läuft am Sonntag, den 14. Oktober, um 20 Uhr in der Kinowerkstatt.

David Lychs Filme gelten aufgrund ihrer versteckten Symbole und ihrer verzwickten Handlung oft als unverständlich und machen es einem schwer, einen Sinn aus seinen Filmen zu ziehen. Eine Ausnahme ist hier „Wild at Heart“, der in seinen Anspielungen sehr offensichtlich auf „Der Zauberer von Oz“ Bezug nimmt. David Lynch bezeichnet „Der Zauberer von Oz“ auch als eine “Lovestory in der Hölle”, und die reichhaltigen Anspielungen bieten einen Zugang zum Werk des schwierigen Künstlers und ein spannendes Kino-Wochenende!

Beide Filme handeln von einer Reise. Diese Reise zum Glück findet natürlich nicht nur auf der Straße (in beiden Filmen als “Yellow Brick Road” bezeichnet) statt, sondern es ist natürlich auch eine Reise ins Innere der Hauptpersonen.

 

Glücklich wie Lazzaro

Ein Kinowunder

“ ‚Glücklich wie Lazzaro‘ ist ein kleines Kinowunder zwischen Märchen und Sozialrealismus.“ schrieb Andreas Busche im tagesspiegel und „dermaßen wohltuend und optimistisch, dass man es in Worten nicht mehr angemessen beschreiben kann, sondern im Kino sehen muss. „Glücklich wie Lazzaro“ ist, anders gesagt, einer der allerbesten Filme des Jahres“, schrieb Rüdiger Suchsland.

Der Film wurde in Cannes dieses Jahr für das Drehbuch der Regisseurin Alice Rohrwacher ausgezeichnet und läuft zunächst nur am Montag, den 15. Oktober, um 20 Uhr.

Ein erfrischender, beglückender Film, von der grandiosen Kamerafrau Hélène Louvart wunderbar leuchtend gefilmt auf Super-16-Filmmaterial, magisch, realistisch, relevant und fantastisch: Die Geschichte des jungen Landarbeiters Lazzaro, der so gut, hilfsbereit und arglos ist, dass er nicht in diese Welt zu gehören scheint. Als ihm Tancredi, der Sohn der skrupellosen Marchesa Alfonsina de Luna, aus einer Laune heraus die Freundschaft anbietet, verändert das Lazzaros Leben – und trägt ihn wundersam durch die Zeiten, wie ein Fragment der Vergangenheit in der modernen Welt.

 

PM: W. Kraus

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