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Programm Kinowerkstatt: 15. – 18. März

Wann:
15. März 2019 um 20:00
2019-03-15T20:00:00+01:00
2019-03-15T20:15:00+01:00
Kontakt:

„Vice – der zweite Mann“ (Fr., 15. März, 20 Uhr; Sa., 16. März, 20 Uhr; So., 17. März, 20 Uhr; Mo., 18. März, 20 Uhr); „Die Farbe der Lüge“ (OmU) (So., 17. März, 11 Uhr-Matinée; Mo., 18. März, 18 Uhr).

 

Aktuell

Vice – Der zweite Mann

Ganz aktuell zeigt die Kinowerkstatt „Vice – der zweite Mann“ (USA 2018) von Adam McKay mit Christian Bale, Amy Adams, Steve Carell, Sam Rockwell, Eddie Marsan, Alison Pill, Tyler Perry von Freitag, den 15. März, bis Montag, den 18. März, jeweils um 20 Uhr.

In einer der lebendigsten Politsatiren der letzten Jahre wird gezeigt, wie ein unscheinbarer Washington-Insider still und leise zum einflussreichsten Mann der Welt wurde: Acht Jahre zog Dick Cheney als Vize von George W. Bush im Hintergrund die Fäden und will demnächst Präsidentschaftskandidat werden. Herausragend die Darstellung Dick Cheneys durch Christian Bale. Mit Christian Bale steht Regisseur McKay dabei der ideale Mime zur Verfügung: ein radikales Chamäleon, das nicht nur komplett in seine Figur eintaucht, sondern regelrecht in ihr verschwindet. Dank angefutterten Kilos und einer spektakulären Maske, mit dem Oscar prämiert, verwandelt sich Bale dem echten Cheney so weit an, wie es überhaupt nur möglich ist. Für seine Rolle bekam er einen Golden Globe als Bester Darsteller!

Acht Oscar-Nominierungen sprechen für sich: „Man muss dieses phantastische Stück kinematografisch aufgearbeiteter Zeitgeschichte mit seinen acht Oscar-Nominierungen ohne Zweifel zu den Spitzen dieses Jahrgangs zählen“ schrieb Björn Hayer von der Neuen Zürcher Zeitung über „Vice – der zweite Mann“, der ein abgründiges Bild der Politik und ihrer Akteure präsentiert, dies aber mit beißendem Humor.

„Vice – der zweite Mann“ ist als keineswegs trockener Polit-Spielfilm zwar ein anderes Genre, arbeitet aber zusammen mit Michael Moore an der Analyse der Republikanischen Präsidentschaften: „Der Unterschied liegt im personalisierten Schurken als Quell allen Übels, der jedoch wieder eine Blaupause für die Auflösung demokratischer Regeln durch Präsident Trump liefert.“ (Günter H. Jekubzik von der Arbeitsgemeinschaft Kino)

Der Washingtoner Bürokrat Dick Cheney wird zum Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika unter Präsident George W. Bush und formt das Land und die Welt in einer Weise um, dass die Auswirkungen heute immer noch spürbar sind. 2003 wird er zum beharrlichen Vertreter der Ansicht, dass der Irak Atomwaffen entwickelt, eine Lüge, und die USA deshalb unbedingt dort einmarschieren müsse.

Cheney war letztlich die treibende Kraft hinter Amerikas rigiden Antiterrormaßnahmen und dem Einmarsch im Irak und damit genauso mitverantwortlich für das anhaltende Chaos im Nahen Osten wie für den Weg in die Spaltung der US-Gesellschaft unter Donald Trump.

Regisseur McKay ist fraglos einer der erstaunlichsten Gestaltwandler des aktuellen Hollywood-Kinos: Mit leichter Hand arbeitete er in »The Big Short« die Ursachen und Auswüchse der Bankenkrise auf, verblüfft mit einem originellen, hochdynamischen Erzählstil und schafft es, komplexe Zusammenhänge nicht nur clever aufzudröseln, sondern auch frisch und unterhaltsam zu präsentieren.

Frank Schnelle schrieb in epd Film: „Hinter all dem steckt eine unermüdliche Fabulierlust, eine sehr zeitgemäße Vorstellung davon, was Kino heutzutage leisten muss, und eine spezielle Mentalität, die viel mit McKays satirisch-komödiantischer Herkunft zu tun hat, aber auch mit seinem unverhohlenen moralischen Anspruch, den Dingen auf den Grund zu gehen und Missstände schonungslos anzuprangern.“

 

Matinée für die Freunde des französischen Kinos

Au coeur du mensonge – Die Farbe der Lüge

In einer Matinée für die Freunde des französischen Kinos und der französischen Sprache läuft am Sonntag, den 17. März 2019, um 11.00 Uhr „Au coeur du mensonge / Die Farbe der Lüge“ (1999), von Claude Chabrol, mit Sandrine Bonnaire und Jacques Gamblin (113 Min.) in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

„An der bretonischen Küste wird die junge Eloïse sexuell missbraucht und erwürgt aufgefunden. Der Mann, der sie zuletzt bei seinem Zeichenunterricht gesehen hat, ist René Sterne, ein erfolgloser, behinderter Maler ohne Alibi. Kommissarin Frédérique Lesage will den Fall mit allen Mitteln aufklären und gerät dabei immer weiter in Widersprüche und Lügen.“ (wikipedia)

„Distanziert inszenierte Kriminal-, Provinz- und Liebesgeschichte, die ein hintergründiges Verwirrspiel um Lüge und Wahrheit betreibt, aber auch die Kraft der Liebe beschwört. Vor allem die ausgezeichnet geführten, intensiv spielenden Schauspieler und viele Verweise auf Chabrols frühere ‚filmische‘ Abrechnungen mit der Bourgeoisie machen den 50. Film des ‚Nouvelle Vague‘-Mitbegründers zu einem nicht nur intellektuellen Vergnügen.“ (Lexikon des Internationalen Films)

Dieser Film wird am Montag, den 18. März 2019, um 18.00 Uhr wiederholt.  

 

W. Kraus, Kinowerkstatt

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