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Programm Kinowerkstatt: 31. August – 3. September

Wann:
31. August 2018 um 20:00
2018-08-31T20:00:00+02:00
2018-08-31T20:15:00+02:00
Kontakt:

„Der junge Karl Marx“ (Fr., 31. August, 20 Uhr; So., 2. September, 20 Uhr): „Leningrad Cowboys Go America“ (Fr., 31. August, 22 Uhr; Sa., 1. September, 20 Uhr; Mo., 3. September, 20 Uhr); „Die Frau, die vorausgeht“ (Mo., 3. Sep., 18 Uhr).

Der junge Karl Marx

„Der junge Karl Marx“ (BE/FR/DE • 2017 • Laufzeit 118 Minuten) von Raoul Peck mit August Diehl (Karl Marx), Stefan Konarske (Friedrich Engels), Vicky Krieps (Jenny Marx), Olivier Gourmet (Pierre Proudhon) ist am Freitag, den 31. August, um 20 Uhr und am Sonntag, den 2. September, um 20 Uhr zu sehen.

Das üppig ausgestattete Filmporträt beschränkt sich auf wenige Jahre im Leben von Marx, speziell die Zeit im Pariser Exil, wo er auf Friedrich Engels (Stefan Konarske) trifft.

„Und auch wenn „Der junge Karl Marx“ von Raoul Peck stilistisch etwas betulich und altbacken daher kommt, bleibt es ein überraschend unterhaltsames und inhaltlich sehr modernes Werk,“ sagte Jörg Taszman im Deutschlandradio vor einem Jahr.

Positive Worte fand auch Jenni Zylka in der taz: „(…) trotz der inszenatorischen Entscheidung, den Film formal konventionell-historisch zu halten, vielleicht um es sich mit keiner der möglichen Zielgruppen zu verscherzen, ist jede Menge Leidenschaft zu spüren: Der haitianische Regisseur Peck (…) möchte nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen verstehen.“

Der Film widmet sich einer Lebensphase des 1818 in Trier geborenen Philosophen und Theoretikers Karl Marx (August Diehl), den Mann, der „Das Kapital“ schrieb und als Erster die destruktive Dynamik des Kapitalismus erkannte, als Exilant in Paris sowie später in Brüssel, beginnend im Jahre 1844. Mit seiner Frau Jenny (Vicky Krieps) und der gemeinsamen Tochter fristet er ein bescheidenes Dasein, das er mit Schreibaufträgen von Arnold Ruge (Hans-Uwe Bauer), seinem ehemaligen Chef bei der Rheinischen Zeitung, finanziert. Im englischen Manchester sucht Friedrich Engels (Stefan Konarske) – Sohn eines bourgeois-ausbeuterischen Fabrikbesitzers – unterdessen den direkten Kontakt zur Arbeiterklasse, um aus erster Hand über deren Lebens- und Tätigkeitsbedingungen schreiben zu können. Dabei lernt er die irische Baumwollspinnerin Mary Burns (Hannah Steele) kennen und lieben. Als Marx und Engels sich in Frankreich begegnen, werden sie bald zu Kollaborateuren: In ihrer Zusammenarbeit – die (vorerst) im Kommunistischen Manifest gipfelt – entstehen Ideen, die in ihrer Präzision weit über das hinausgehen, was zum Beispiel der Sozialist Pierre-Joseph Proudhon (Olivier Gourmet) oder der Kommunist Wilhelm Weitling (Alexander Scheer) in deren Schriften und Reden formuliert haben.

 

Leningrad Cowboys Go America

„Leningrad Cowboys Go America“ heisst es am Freitag, den 31. August, um 22 Uhr, am Samstag, den 1. September, und am Montag, den 3. September, jeweils um 20 Uhr in der Kinowerkstatt St. Ingbert.

„Leningrad Cowboys Go America“ (Finnland, Schweden 1989, 78 Minuten, FSK 12) Regie: Aki Kaurismäki, mit den Leningrad Cowboys: Sakke Järvenpää, Heikki Keskinen, Pimme Korhonen, Sakari Kuosmanen, Puka Oinonen, Silu Seppälä, Mauri Sumén, Mato Valtonen, Pekka Virtanen, Nicky Tesco als „verlorener Cousin“, Matti Pellonpää als Vladimir, ihr Manager, Kari Väänänen als Igor, der Dorftrottel und Jim Jarmusch als Gebrauchtwagenhändler, erzählt die Geschichte der russischen Band Leningrad Cowboys, die in der Heimat keinen Erfolg hat und den Rat bekommt, nach Amerika zu gehen und dort zu spielen. Auf ihrer langen Reise durch zahlreiche Hotels, Bars und Kneipen landen sie schließlich auf einer Hochzeit in Mexiko. Das Publikum ist begeistert und die Band schafft hier nach zahllosen Misserfolgen in den USA endlich den erhofften Durchbruch. Eine Gastrolle übernahm Jim Jarmusch, der den Musikern für ihre Tour einen schwarzen Cadillac verkauft.

Die ursprünglich fiktiven Leningrad Cowboys, die teilweise von Mitgliedern der finnischen Punkrockgruppe „Sleepy Sleepers“ gespielt wurden, blieben nach den Filmaufnahmen unter diesem Namen zusammen und feierten große Erfolge als Liveband und waren auch schon in Saarbrückens Garage zu sehen und zu hören.

 

Die Frau, die vorausgeht

Weiterhin sehenswert

Die Kinowerkstatt zeigt am Montag, den 3. September, um 18 Uhr noch einmal „Die Frau, die vorausgeht“ (USA 2017) von Susanna White mit Jessica Chastain, Michael Greyeyes, Sam Rockwell.

Das von Susanna White bildgewaltig und engagiert in Szene gesetzte Historienepos „Die Frau, die vorausgeht“ basiert auf der Biografie der Künstlerin und Aktivistin Catherine Weldon, die Ende des 19. Jahrhunderts ihrer Zeit weit voraus war. Mit unbändigem Mut stand sie für ihre Ideale ein, folgte ihrer Leidenschaft und kämpfte für mehr Menschlichkeit. Die grandiose Jessica Chastain verleiht dieser bewundernswerten Frau Stärke und Sanftheit zugleich.

New York, im Frühjahr 1889. Nach einem Jahr der Trauer um ihren verstorbenen Mann beschließt die Malerin Catherine Weldon (Jessica Chastain), dass nun endlich die Zeit für einen Neuanfang gekommen ist. Unbeeindruckt von gesellschaftlicher Konvention und ganz auf sich allein gestellt, begibt sie sich auf die ebenso beschwerliche wie gefährliche Reise nach North Dakota mit einem klaren Ziel vor Augen: Sie will den legendären Sioux-Häuptling Sitting Bull porträtieren. Vor Ort macht sich Catherine mit ihrer romantischen Vorstellung von einem selbstbestimmten Leben im „wilden Westen“ jedoch schnell Feinde. Vor allem Colonel Groves (Sam Rockwell) ist die selbstbewusste Witwe mit ihrer Sympathie und Engagement für die amerikanischen Ureinwohner ein Dorn im Auge. Mit allen Mitteln versucht er, die unbequeme Frau wieder loszuwerden. Häuptling Sitting Bull (Michael Greyeyes) hingegen lernt Catherine als einen friedfertigen und besonnenen Mann kennen, dessen Vertrauen und Zuneigung sie bald gewinnt. Sie beeindruckt ihn sogar so sehr, dass er der mutigen und unangepassten Malerin den indianischen Namen „Frau geht voraus“ gibt. Als Colonel Groves und seine Leute beginnen, die letzten Stammesmitglieder auszuhungern und zu vertreiben, muss Catherine sich endgültig entscheiden, wie weit sie im schicksalhaften Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit bereit ist zu gehen.

„Die Frau, die vorausgeht“ ist eine ergreifende Geschichte von weiblicher Emanzipation und vom Freiheitskampf eines diskriminierten Volks, dessen Häuptling in Catherines Kunstwerken weiterlebt.

 

Mehr auf  www.kinowerkstatt.de

 

PM: W. Kraus

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