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Programm Kinowerkstatt: 5. – 6. Oktober

Wann:
5. Oktober 2018 um 18:00
2018-10-05T18:00:00+02:00
2018-10-05T18:15:00+02:00
Kontakt:

Spannendes Kinowochenende mit Zauberer und David Lynch! Zwei Filme, von denen man zunächst nicht annimmt, dass sie etwas miteinander zu tun haben, zeigt die Kinowerkstatt St. Ingbert am kommenden Wochenende:

Am Freitag „Der Zauberer von Oz“ (USA 1939) von Victor Fleming und am Samstag „Wild at heart“ von David Lynch.

Der Zauberer von Oz

Am Freitag, den 5. Oktober, um 18 Uhr läuft „Der Zauberer von Oz“ (USA 1939) Regie: Victor Fleming mit Judy Garland in der Hauptrolle des Mädchens Dorothy.

Die kleine Dorothy wohnt in „Der Zauberer von Oz“ mit Onkel und Tante auf einer Farm in einem trostlosen Landstrich in Kansas. Ein furchtbarer Wirbelsturm trägt das Mädchen in ein geheimnisvolles Reich hinter dem Regenbogen, das der Zauberer von Oz beherrscht. Nur dieser Magier, so lässt sie sich sagen, kann Dorothy die Rückkehr nach Hause ermöglichen und so folgt sie einer Straße aus gelben Ziegelsteinen, die sie zur Stadt Oz führen soll. Auf diesem Weg schließen sich ihr ein feiger Löwe, ein blecherner Holzfäller und eine Vogelscheuche an. Auch sie erhoffen sich etwas vom Zauberer: der Löwe Mut, der Blechmann ein menschliches Herz und die Vogelscheuche mit ihrem Kopf aus Stroh Verstand. Der Zauberer, den sie nach vielen Abenteuern finden, will ihnen nur helfen, wenn die vier eine böse Hexe bezwingen, die seine Herrschaft bedroht. Dorothy und ihre Freunde erfüllen die Aufgabe tatsächlich, aber der Zauberer entpuppt sich als Schwindler. Er ist nicht mehr als ein Taschenspieler, der mit seinen Tricks die Zauberkräfte nur vortäuschte. Trotzdem findet Dorothy den Weg zurück nach Kansas. Er ist einfacher, aber auch zauberhafter, als sie es erträumt hätte. Und was ihre Gefährten angeht: Die hatten während der gefährlichen Irrfahrt durch das Zauberreich genügend Gelegenheit zu beweisen, dass sie sowohl Mut und Herz, als auch Verstand genug haben.

1940: Oscar für den besten Song „Over the Rainbow“.

 

Wild at heart

von David Lynch

Auch fast 80 Jahre nach dem ersten Kinostart hallt das Echo von Oz in allen Bereichen der Pop-Kultur nach. Von Kenneth Anger über John Waters oder Martin Scorsese bis hin zu David Lynch können seine Spuren im Kino verfolgt werden. Von musikalischen Referenzen bei Elton John («Good Bye Yellow Brick Road»), Ozzy Osbourne, Nirvana, The Melvins, von Marusha bis zu Marc Almond; von Rufus Wainwright ganz zu schweigen.

Alle wurden verzaubert und einer der Verzauberten ist David Lynch. Der Regisseur, der für seine surrealen Filme bekannt ist, hat oft Themen aus «Oz» in sein Werk einfliessen lassen. Seine schönste Hommage an «Oz» ist «Wild at Heart». Die rubinroten Slipper, wenn Laura Dern nach ihrer alptraumhaften Begegnung mit Willem Dafoe die Hacken zusammenschlägt oder Nicholas Cages Vision der «Guten Fee» sind nur zwei von vielen Beispielen. „Wild at heart“ läuft am Samstag, den 6. Oktober, um 20 Uhr in der Kinowerkstatt.

David Lychs Filme gelten aufgrund ihrer versteckten Symbole und ihrer verzwickten Handlung oft als unverständlich und machen es einem schwer, einen Sinn aus seinen Filmen zu ziehen. Eine Ausnahme ist hier „Wild at Heart“ (USA 1990) mit Nicolas Cage, Laura Dern, Willem Dafoe, J. E. Freeman, Isabella Rossellini, Harry Dean Stanton, John Lurie u. a., der in seinen Anspielungen sehr offensichtlich auf „Der Zauberer von Oz“ Bezug nimmt. David Lynch bezeichnet „Der Zauberer von Oz“ auch als eine “Lovstory in der Hölle”, und die reichhaltigen Anspielungen bieten einen Zugang zum Werk des schwierigen Künstlers und ein spannendes Kino-Wochenende! Beide Filme handeln von einer Reise. Diese Reise zum Glück findet natürlich nicht nur auf der Straße (in beiden Filmen als “Yellow Brick Road” bezeichnet) statt, sondern es ist natürlich auch eine Reise ins Innere der Hauptpersonen.

Im Original sucht Dorothy den Weg zurück nach Hause, von wo sie ja eigentlich entfliehen wollte. Auf dem Weg dorthin stellt sie fest, dass vermeintliche Bedrohungen, denen sie am Wegesrand der gelben Backsteinstaße begegnet, in Wahrheit Freunde und Helfer sind. Einzig die Böse Hexe des Westens will sich ihnen in den Weg stellen. Auch Sailor und Lula sind auf der Flucht vor der Böse Hexe des Westens. So jedenfalls nennt Lula ihre besitzergreifende Mutter, die ihren ungeliebten Schwiegersohn in Spe mithilfe eines Profikillers beseitigen lassen will. Doch ihre Yellow Brick Road ist anderer Natur. Entlang ihrer Reise begegnen ihnen vermeintliche Freunde, die in Wirklichkeit Todesboten sind. Am Ende der Straße steht keine Heimkehr, sondern ein fernes und sehr gefährdetes Glück in der Fremde.

Beide Filme sind Träume – Dorothy schläft und erträumt sich nur die Reise. Sailor und Lula in „Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula“ sind jedoch in einer albtraumhaften Realität gefangen, in denen das Autoradio eine endlose Kette von Mord- und Verbrechensmeldungen ausspuckt, in welcher der Tod am Straßenrand lauert (sie werden Zeuge zweier tödlicher Unfälle) und wo ein Menschenleben stets von dunklen Kräften bedroht ist. Sie leben in einer surrealistischen Hölle, durch Feuer regiert von der Mutter als knallrot angemalten Satan. Statt Glück erwartet sie Wahnsinn (So ist Dorothys Hund Toto nur die Imagination eines Irren und auch Sailor sieht die gute Fee erst nach einem ernsthaften Schlag auf den Kopf).

Um dieser Realität zu entfliehen, nutzt das Paar seine gemeinsame Vision vom Zauber von Oz und anderen Referenzen auf die Glücksversprechen der 50er Jahre (wie Elvis Presley, oder die Schlangenlederjacke), um sich selbst eine Glücksphantasie zu schaffen, auf die beide gemeinsam zusteuern können, und die aus dem “Symbol für Individualität und meinen Glauben an persönliche Freiheit” besteht. Doch diese Traumwelt, die von Glück, Wohlstand und Freiheit erzählt, ist für immer vergangen und scheint sich auch für Sailor und Lula nicht zu erfüllen. “This whole world ist wild at heart and weird on top!” lautet Lulas Fazit gegen Ende ihrer Reise und wir zweifeln, ob es auch für das Pärchen in „Wild at Heart“ ein Glück “somewhere over the Rainbow” geben wird.

 

PM: W. Kraus

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