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Werner Herzog: „Die Höhle der vergessenen Träume“

Wann:
24. September 2022 um 19:00
2022-09-24T19:00:00+02:00
2022-09-24T19:15:00+02:00
Wo:
Kinowerkstatt
Pfarrgasse 49
66386 St. Ingbert
Deutschland

Zum Abschluss der kleinen Reihe mit Filmen von Werner Herzog läuft an diesem Wochenende, Samstag, den 24. September und am Montag, den 26. September, jeweils um 19 Uhr, sein wohl aufschlussreichster und

interessantester Film „Die Höhle der vergessenen Träume“, in dem er den kulturellen Ursprung der Menschheit und die Geburtsstunde der Kunst erforscht. Er schreibt: „Mein intellektuelles und spirituelles Erwachen ist in gewisser Weise mit paläolithischen Höhlenmalereien verknüpft. Im Alter von Zwölf entdeckte ich im Schaufenster einer Buchhandlung einen Band, auf dessen Titel ein Pferd der Lascaux-Höhle abgebildet war. Und ich wurde von einer unbeschreiblichen Aufregung erfasst: Ich wollte dieses Buch, ich musste es haben.“

Als dann in einem abgelegenen Tal der Ardèche in Südfrankreich die Chauvet-Höhle mit den ältesten Malereien, die je gefunden wurden, entdeckt wurde, musste er darüber berichten. Die Dokumentation von Werner Herzog nimmt die Zuschauer mit zu diesem besonderen Ort. Die frühesten der insgesamt ungefähr 470 Tier- und Symboldarstellungen sind mehr als 30.000 Jahre alt. Die mit Holzkohle und Erdfarben aufgetragenen Zeichnungen bilden die eiszeitliche Fauna in ihrer bemerkenswerten Bandbreite ab. Vertreten sind Bären, Hyänen, Büffel und Eulen, Panther, Wollnashörner, Höhlenlöwen und Mammuts. Diese Dokumentation widmet sich der zeitlosen Schönheit und historischen Bedeutung dieser Malereien.

Dem Regisseur ist es, als wäre hier »die Seele des modernen Menschen erwacht« – im Finstern, denn die Künstler des Paläolithikums haben nur dort gemalt, wo kein Tageslicht mehr hinreichte. Mehr als 8000 Quadratmeter umfasst das Höhlensystem, rund 470 Tier- und Symboldarstellungen sind im Laufe von mehreren Jahrtausenden darin entstanden – die ältesten, die bekannt sind. Für die Öffentlichkeit sind diese Bilder nicht zugänglich. Anders als die Höhle von Lascaux, die geschlossen werden musste, weil sich durch den Atem der Touristen Schimmel gebildet hatte, wurde Chauvet gleich nach der Entdeckung in den Neunzigern von der Wissenschaft in fürsorglichen Gewahrsam genommen. Herzog durfte die Höhle mit einem Miniteam stundenweise betreten, und es gelingt ihm, auf einzigartige Weise Nuancen von Wahrhaftigkeit einzufangen und ins Gedächtnis, besser noch: ins Gefühl der Zuschauer zu bannen.

Bei Herzog bleibt stets fühlbar, dass der Film für ihn auch Herzensangelegenheit ist. Unter den Träumen der „Cave of Forgotten Dreams“ sind auch die seinen.

Mehr als 30 000 Jahre hat die Menschheit gebraucht, um von der Höhlenmalerei zum Tafelbild zu kommen. Dann ging es ruckzuck: vom Tafelbild zum Tablet-PC – lumpige Jahrhunderte. Vielleicht lohnt es nicht, über so etwas nachzudenken, aber Fragen nach dem Woher und Wohin von Kunst und Kultur drängen sich auf, wenn man mit Werner Herzog in die Chauvet-Höhle im französischen Ardèche-Tal hinabsteigt.

R.: Werner Herzog, Frankreich / Kanada / USA / Großbritannien / Deutschland 2011, Originaltitel: Cave of Forgotten Dreams, Prädikat: besonders wertvoll – FSK: ab 6 – Länge: 90 min.

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