Das Projekt „Veil“ von Arid haucht einem Eckgebäude aus dem Jahr 1951 im Patissia-Viertel Athens neues Leben ein und verwandelt es in einen zeitgenössischen Wohn- und Co-Working-Hub.
Die Intervention sah eine behutsame Renovierung des ursprünglichen Gebäudes vor, verbunden mit dem Anbau von drei neuen Stockwerken, wodurch die Gesamtgröße auf 850 Quadratmeter anwuchs.
Anstatt die bebaubare Fläche zu maximieren, setzt das Design Priorität auf Rücksprünge und Außenräume und lässt sich von der lokalen Morphologie der Karamanlaki-Straße inspirieren, um ein Gefühl von Offenheit und visueller Harmonie im städtischen Gefüge zu bewahren.
Das namensgebende Merkmal des Projekts ist seine perforierte Aluminiumhaut, die als „Veil“ fungiert, um die starren Formen des Zubaus zu mildern und die Grenzen zwischen Verbergen und Offenheit zu verwischen. Diese Doppelhaut-Fassade dient sowohl funktionalen als auch ästhetischen Zwecken, optimiert natürliche Belüftung und Privatsphäre, während Licht dynamisch von der Oberfläche reflektiert wird. Ausgestattet mit beweglichen Lamellen und rotierenden Paneelen erzeugt die Fassade einen kinetischen Skulptur-Effekt, bei dem sich Transparenzen mit der Sonne verändern und so ein schwereloses, ätherisches Erscheinungsbild erzeugen.
Innerhalb des Gebäudes pflegt das Projekt einen zeitlosen Dialog zwischen historischen und zeitgenössischen Identitäten, indem ursprüngliche Materialien wie Marmor, Holzfensterrahmen und Holzböden erhalten bleiben. Das traditionelle soziale Modell des athenischen Polykatoikias wird für modernes Leben neu interpretiert, indem verschiedene Wohneinheiten mit einer Co‑Living-Wohnung und dedizierten Co‑Working-Bereichen integriert werden. Diese funktionale Mischung wird von einem gemeinsamen Dachgarten gekrönt, der privates Wohnen mit gemeinschaftsorientierten Räumen ausbalanciert und dem dynamischen und sich wandelnden Charakter des Viertels gerecht wird.
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