Die Ausstellung Philippe Starck: The Spirit of the Forest, präsentiert von der Galerie Ketabi Bourdet in Paris, bietet eine tiefgreifende Retrospektive des naturbezogenen Engagements des Designers über seine gesamte Karriere hinweg. Anstatt Öko-Design als rein technische Herausforderung zu betrachten, zeichnet die Schau Starcks Übergang von der Nutzung der Natur als bloße stilistische Metapher in den 1980er Jahren bis hin zur Annahme derselben als funktionales System zum Leben nach. Diese Entwicklung wird durch zwölf Schlüsselwerke veranschaulicht, die zeigen, wie Starck konsequent Design als Werkzeug genutzt hat, um unsere Beziehung zu Erinnerung, Ressourcen und dem alltäglichen Konsum neu zu gestalten.
Ein bedeutender Höhepunkt der Ausstellung ist die Auseinandersetzung mit Starcks Projekten der 1990er-Jahre, die einen definitiven Wandel hin zu „Natur als Methode“ markieren. Zentral dafür ist die Maison Starck (1994), ein Pionierhaus per Versand, entwickelt mit 3 Suisses, das eine erschwingliche, hochwertige Alternative zu Häusern des Massenmarkts bieten sollte.
Ein weiteres Highlight ist die Bo Boolo-Kollektion (1995), die berühmt den Abstand zwischen Möbeln und ihrem Ursprung überwunden hat, indem Käufer vor Ort von einem Förster einen Birkenstamm-Abstandhalter zuschneiden lassen mussten. Diese Stücke, zusammen mit dem in Spanplatten eingefassten Jim Nature-Fernseher (1994), demonstrieren Starcks frühen Einsatz von Materialkreisläufen und geteilter Verantwortung.
Die Ausstellung zeigt außerdem eine Reihe skurriler und ikonischer Möbel, die surrealen Humor mit funktionalem Design verbinden. Besucher können radikale Silhouetten wie den W.W.-Hocker, die Vase Popopo und die Chaise Dick Deck sehen, die organische Strömungen in physische Formen übersetzen.
Die Philippe Starck: The Spirit of the Forest-Ausstellung ist derzeit bis zum 28. Februar 2026 in Ketabi Bourdet zu sehen.
Ketabi Bourdet
22 Pass. Dauphine,
75006 Paris, Frankreich
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Leonie Falkenberg