Das Kunstmuseum Magdeburg, das mittelalterliche Museum Deutschlands, präsentiert eine ungewöhnliche Szene: Ein kolossales Nördliches Weißes Nashorn, das zwischen seinen romanischen Langhäusern steht. Mit einer Breite von 17 Metern und einer Höhe von 9 Metern ist das aufblasbare Kunstwerk die neueste Installation des in Berlin ansässigen Künstlers Itamar Gov im Rahmen von The Rhinoceros in the Room, seiner laufenden Einzelausstellung, die bis zum 5. Juli läuft.
Es geht nicht nur darum, die Nave zu besetzen; Die Kreatur definiert die Architektur neu. Die markante Geometrie des jahrhundertealten Steinwerks und der Decken des Gebäudes wird durch den runden Rücken und den weichen Körper des Nashorns aufgebrochen, sodass Besucher dem Umriss folgen und die Architektur aus schrägen Blickwinkeln entdecken.
Eine mehrkanalige Komposition, die in Zusammenarbeit mit Bruno Delepaire, dem Principal Cellisten der Berliner Philharmoniker, entstanden ist, erklingt ebenfalls darüber. Sie setzt sich aus acht Celli und einer Gesangsstimme zusammen, und die Musik driftet zwischen bekannten Wiegenlied-Tönen und dunkleren Passagen.
Zwischen Monumentalität und Schwerelosigkeit schwebt das Nashorn mit einer Präsenz, die sowohl uralt als auch fremd wirkt. Das Spektakel greift auf die komplexe symbolische Geschichte dieses Tieres in Europa zurück. Es gilt als notorisch sensibel, fähig zu plötzlicher Gewalt, wenn es bedroht wird; es verkörperte Macht und Herrschaft, selbst wenn menschliche Gier und Gefangenschaft es fast vom Aussterben bedrohten.
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Leonie Falkenberg