Whitney-Biennale 2026: Chaos herbeiführen – und das ist gut so

21. März 2026

Am 8. März wird das Whitney Museum of American Art der Öffentlichkeit die 82. Ausgabe seiner markanten Biennale eröffnen, mit 56 Künstlerinnen und Künstlern im Schlepptau. Wie der Kritiker Holland Cotter festhielt, hat die Schau den Ruf, das Publikum zu spalten, und während die ersten Reaktionen auf dieses Jahr allmählich eintreffen, scheint diese Tradition fortzubestehen. Ob man sie liebt oder hasst, scheint die Kunstwelt jedoch in einer Hinsicht zu vereinen: Sie ist seltsam. Und bei einem Blick auf die heutige Welt gibt es kaum Raum für Widerspruch.

Die Bezeichnung dient einer Ausstellung, die sich selbst als Stimmungsbarometer zum Zustand der amerikanischen Kunst versteht und erneut die Frage in den Raum stellt: Was bedeutet eine solche Kategorie in dieser Zeit? Im Gegensatz zu jüngeren Ausgaben verankert sich die 2026er Biennale nicht in einem einzelnen politischen Auslöser, sondern setzt stattdessen auf einen absichtlich offenen Rahmen. Thematisch offen, neigt die Ausstellung insgesamt zu Ideen der Verbindung.

Durch Galerien, Performances und öffentliche Programme hindurch erforschen die Künstlerinnen und Künstler Themen wie Familienstrukturen, neue Technologennetzwerke, Erinnerungen und Mythologien. „Die Mitkuratierung der Whitney Biennial bietet eine einzigartige Gelegenheit, darüber nachzudenken, auf welche Weise Künstler — formal und thematisch — in dieses Ökosystem verwoben sind, das wir als zeitgenössische Kunst kennen“, sagte Marcela Guerrero, die die Schau gemeinsam mit Drew Sawyer kuratierte. „Mit dieser Biennale hoffen wir, ein Netzwerk von Verwandtschaften in den Vordergrund zu rücken, das auf Formen des Nebeneinanders in dieser Welt verweist.“

Zu den Highlights gehört „Monument (Altadena)“, in dem Kelly Akashi auf die Brände reagiert, die ihr Zuhause Altadena, Kalifornien, heimgesucht haben. Aus schimmerndem Glas gefertigt, rekonstruiert das Werk den einzigen Backstein-Schornstein, der die Verwüstung überstand. Im Museumsfoyer installiert Zach Blas „CULTUS“, eine Fünf-Kanal-Videoinstallation, die einen ritualisierten Tech-Workshop durch LED-Architektur imaginiert.

Unterdessen verwandelt Leo Castañeda’s „Camoflux Recall Grotto“ die Galerie in eine ultrahohe Auflösung, spielbare Videospielumgebung, inspiriert von üppigen Landschaften in Brasilien und Florida, während Pat Oleszko eine monumentale, aufblasbare, hornblasende Narrenfigur präsentiert, mit dem Titel „Blowhard“. Taína H. Cruz, die jüngste Teilnehmerin der Biennale, debütiert neue Graffiti-Arbeiten an den Wänden des fünften Stocks und erweitert die Schau über das Museum hinweg auf das Billboard an der Gansevoort Street.

Seit 1932 dient die Veranstaltung als Bühne für die sich wandelnden Tendenzen in der Kunst. Sie ist zu einer der wichtigsten Ausstellungen des Landes geworden und hat Karrieren von Nan Goldin, Paul Pfeiffer, Theaster Gates und vielen weiteren den Weg geebnet. Diese Biennale markiert zudem die erste seit der Einführung des kostenfreien Eintritts durch das Museum, wodurch der Fokus auf Verbindung und Teilnahme seinem Publikum gegenüber weiter ausgebaut wird.

Die Whitney Biennial 2026 ist bis zum 23. August zu sehen. Besuchen Sie die Website des Museums, um mehr zu erfahren.

Whitney Museum of American Art
99 Gansevoort Street,
New York, NY 10014

Leonie Falkenberg

Leonie Falkenberg

Ich interessiere mich für kulturelle Trends und die feinen Entwicklungen, die unseren Alltag prägen. In meinen Artikeln verbinde ich lokale Perspektiven mit internationalen Einflüssen, besonders in den Bereichen Musik, Kunst und Lifestyle. Für mich bedeutet Schreiben, den Zeitgeist aufmerksam zu beobachten und in Worte zu fassen.