Der Mushroom Pavilion, von OMA-Partner Shohei Shigematsu entworfen, wurde offiziell im Fundación Casa Wabi in Puerto Escondido, Mexiko, eröffnet.
Entworfen als funktionaler Raum für den Pilzanbau und als gemeinschaftliches Zentrum, befindet sich der Pavillon in der weitläufigen Küstenlandschaft von Casa Wabi, gegründet vom Künstler Bosco Sodi. Es repräsentiert zudem OMAs erstes gebautes Werk in Mexiko und liegt in einer 65 Hektar großen Naturlandschaft zwischen der Küste von Oaxaca und den Bergen.
Der Pavillon zeichnet sich durch seine ellipsoide Form aus, die entworfen wurde, um die Innenorganisation zu optimieren. Er beherbergt drei Kammern – Fruchtkammer, Inkubation und Lagerung – die um einen zentralen Versammlungsbereich angeordnet sind. Diese Anordnung unterstreicht die doppelte Funktion des Pavillons als Brutstätte für Nahrung und als Ort des gemeinschaftlichen Austauschs.
Architekturally gesehen fungiert der gestufte untere Teil des Pavillons wie ein Amphitheater und schafft Regale für handgefertigte Terrakotta-Pilzgefäße, hergestellt von lokalen Kunsthandwerkern. Dieses Design unterstützt nicht nur den Anbau, sondern bietet auch ein panoptikonähnliches Beobachtungserlebnis, das den Wachstumsprozess in seiner Gesamtheit sichtbar macht. Ein zentrales Okulus öffnet das Innere zum Himmel und füllt den höhlenartigen Raum mit natürlichem Licht, während Randöffnungen Belüftung ermöglichen. Eine erhöhte Plattform am oberen Rand der Stufen rahmt Blicke auf das umliegende Gebüsch und den Ozean und verstärkt die Verbindung des Pavillons zu seinem natürlichen Kontext.
Materiell besteht die Struktur aus geglättetem, vor Ort gegossenem Beton, der mit Jute gestempelt ist, um das eisenhaltige Wasser des Standorts zu binden, wodurch der Pavillon im Laufe der Zeit rostet und sein Erscheinungsbild weiterentwickelt. Die gebogene Basis minimiert den Bodenkontakt und bewahrt einheimische Vegetation wie Guayacán. Wie Shohei Shigematsu betonte, wurde das Projekt mit dem Ziel konzipiert, eine sehr spezifische Funktion – den Pilzanbau – mit einer breiteren kulturellen Mission zu verbinden, nämlich die Gemeinschaft und den künstlerischen Austausch zu fördern.“