Salù Iwadi Studio hat die Gẹ̀lẹ̀dẹ́ Lamp Collection vorgestellt, eine skulpturale Serie, die Yoruba-kulturelles Gedächtnis und die Macht weiblicher Autorität durch das Medium Licht erforscht. Mit Standorten in Lagos, Dakar und Marrakesch setzt das Studio seine charakteristische Praxis fort, Materialität, Handwerkskunst und ahnhafte Erzählungen in zeitgenössisches Design zu integrieren. Diese neueste Werkserie behandelt Beleuchtung nicht als statische Funktion, sondern als „lebendige Materie“ – behütet, genährt und allmählich offenbart – und spiegelt die Gẹ̀lẹ̀dẹ́-Tradition wider, in der die schöpferische Kraft der Frauen als wesentlich für das soziale Gleichgewicht und die Kontinuität gefeiert wird.
Die Kollektion entfaltet sich über drei unterschiedliche Werke: GLD01, eine vertikale Anordnung von drei Gefäßen, die die zeitliche Kontinuität von Ahnen, Mutter und Kind symbolisieren; GLD02, ein einzelnes Gefäß, in dem generationale Unterschiede sich zu einer kontinuierlichen, miteinander verbundenen Gegenwart auflösen; und GLD03, ein Stück im Intimformat, das nahe am Körper gehalten werden soll, während es sein vollständiges konzeptuelles Gewicht behält. Jede Lampe besteht aus ovoid geformten, geschnitzten Eichengefäßen, die die Gebärmutter, die Kalebasse und das orí – den Kopf, der in der Yoruba-Kultur als Sitz des Schicksals gilt – nachempfinden.
Diese Gefäße sind von Sandguss-Messingspiralen durchdrungen, deren körnige Textur auf Phasen der Trächtigkeit in der Dunkelheit verweist und das Werk an Ayé, dem irdischen Reich der Ahnen und kosmischen Zirkulation, verankert. Das Wechselspiel von Holz und Messing schafft eine „Architektur der Zurückhaltung“, in der Licht diszipliniert, geschützt und mit gemessener Intensität freigegeben wird. Letztendlich betont dieser Gestaltungsansatz die Ehrfurcht, indem Beleuchtung als spirituelle Gegenwart positioniert wird und als Spiegel weiblicher Autorität, statt als bloße Funktion.
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Leonie Falkenberg